Ausbremsen

Als ausbremsen bezeichnet man ein Manöver im Motorsport. Dabei versucht ein Fahrer auf der Rennstrecke, Konkurrenten eingangs einer Kurve oder Biegung während des Bremsvorganges zu überholen.

In der Regel wird das Ausbremsen bereits auf einem geraden Streckenstück vor der Kurve vorbereitet. Dabei wählt der Fahrer erst kurz vor dem Manöver aus dem Windschatten heraus eine Linie neben dem oder den Konkurrenten (grüne Linie im Bild), um den Überraschungseffekt zu nutzen und Platz für den eigentlichen Überholvorgang zu haben. Danach setzt er entweder seinen Bremspunkt später als die anderen Fahrer oder er bremst weniger stark. In beiden Fällen ergibt sich für eine kurze Zeit eine Geschwindigkeits-Differenz, die das Überholen ermöglicht. Häufig wird dabei auch weiter in die Kurve hineingebremst als üblich, also eine höhere Kurveneingangs-Geschwindigkeit erzielt. Idealerweise kann der Überholende nach dem Ausbremsen wieder auf die Ideallinie (rote Linie im Bild) einscheren und damit den oder die Konkurrenten blockieren, um einen Konter zu verhindern – also den Verlust des gerade gewonnenen Platzes in der Kurve.

Höhere Kurveneingangs-Geschwindigkeiten verursachen in der Regel geringere Kurvenausgangs-Geschwindigkeiten. So kann es den ausgebremsten Konkurrenten möglich sein, den verlorenen Platz am Scheitelpunkt oder am Ausgang der Kurve zurückzuerobern, weil sie eher und schneller beschleunigen können. Häufig resultiert das auch in einer höheren Spitzengeschwindigkeit auf der nachfolgenden Geraden, so dass auch hier noch ein „Rück-Überholen“ möglich ist. Ausbremsversuche werden bei rechtzeitiger Entdeckung vom Vordermann häufig schon im Ansatz durch das Befahren einer Kampflinie vereitelt, was beide Konkurrenten in der Regel verlangsamt.

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