Beleuchtung

AbblendlichtNachtrennen werden nicht umsonst immer beliebter. Es ist eine Riesen Gaudi im Dunkeln oder Halbdunkeln mit Kameraden (meist in Teams) ein mehrstündiges Rennen zu fahren. Dabei ist natürlich eine LED Beleuchtung am Auto sehr wichtig und sieht zudem noch toll aus.

In diesem Artikel soll es darum gehen wie man eine solche Beleuchtung ins Auto einbauen kann und was es dabei zu beachten gilt.

Zunächst sollte man sich überlegen was man wie beleuchten möchte. Leuchtmittel der Wahl sollten in jedem Fall einzelne LEDs, LED Streifen oder fertige LED Beleuchtungssets sein. Da fertige LED Streifen und Beleuchtungssets schon eine feste Spannung und Verkabelung haben soll es hier um das vollständige selbst bauen von LEDs im Auto gehen. Wenn man sich überlegt was man beleuchten möchte stellt sich als allererstes die Frage ob man das Auto einigermaßen realistisch – sprich mit Frontscheinwerfer in weiß/gelbweiß und Rücklicht in rot – oder frei nach der Fantasie (bunte Lichter überall) beleuchten möchte. Man legt die Positionen und die Farben fest. Man sollte sich auch überlegen wie viele LEDs man denn verbauen möchte. Für das obige Bild wurden 20 5mm hellweiße (xenonfarbene) LEDs mit ca. 22.000MCD Lichtleistung pro Fahrzeugseite verwendet.

LEDs einbauen

Direkter Einbau

Um die LEDs ein zu bauen gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Einfachste ist es, Löcher in die Karosserie zu bohren und die LEDs entweder direkt oder mittels kleiner Clip-Fassungen in die Karo ein zu setzen. Meist wird das direkte Einsetzen und anschließende Verkleben (zum Beispiel mit Heißkleber) die optisch von außen schönste Methode sein da man keine schwarzen Ringe um die LEDs hat und sie enger zusammen setzen kann. Der Einbau direkt in die Karosserie geht blitzschnell und liefert optisch ein gutes Ergebnis.

Scheinwerfer basteln

Drittes BremslichtWenn man eine noch nicht lackierte Karosserie hat, oder Stellen mittels Lösungsmittel von der Farbe befreien kann, kann man auch richtige Leuchten bauen. Hierzu kann man kleine Plastikschalen nehmen und sie zurecht schneiden. Dies können entweder billige Tupperdosen vom Flohmarkt oder Ramschladen sein oder auch Verpackungen von Spühlmaschinentabs oder Bonbons sein. Einfach eine Plastikdose in der richtigen Größe suchen und entsprechend zuschneiden. Auf dem Bild zu sehen ist ein halbfertiges drittes Bremslicht. Von der Verpackung ist nur eine ganz kleine Wanne übrig geblieben welche der inneren Form der Karosserie entspricht. In diese wurden die Löcher für die LEDs gebohrt, die LEDs eingesetzt und mit Heißkleber verklebt. Um das Licht in die richtige Richtung zu leiten und die Lichtleistung damit zu verstärken wurde die Innenseite mit reflektierendem Klebeband beklebt.

Die Befestigung einer solchen Einheit in der Karosserie ist nicht ganz einfach. Man kann sich kleiner Schrauben behelfen oder die ganze Einheit mittels GFK und Klebstoff in die Karosserie einkleben. Wenig hilfreich hat sich hier Panzertape herausgestellt da man für eine ordentliche Befestigung eine nicht unerhebliche Menge an Klebeband benötigt.

LEDs löten

Vor dem Einbau in die Karosserie empfiehlt es sich die LEDs zu verlöten. Die meisten im Internet erhältlichen LEDs besitzen kein angelötetes Kabel oder Widerstände. Das sollte man, der Einfachheit halber möglichst noch vor dem Einbau, nachholen. Es gibt beim Anschließen der LEDs zwei Varianten. Je nach Variante muss man Widerstände verwenden oder nicht:

LEDs ohne WiderstandDie erste Variante ist die, dass man mehrere LEDs in Reihe schaltet und somit auf die Spannung des Akkus kommt. Die meisten LEDs werden mit ca. 3V betrieben. Hat man also ein 6V Akku, muss man zwei LEDs in Reihe schalten um auf die 6V zu kommen. Bei einem 9V Akku wären es dementsprechend drei. Um nun mehr als 2 oder 3 LEDs an den Akku an zu schließen verbindet man alle anderen Parallel an den Akku. Schön ist dies auf dem Bild zu sehen. Für das Parallelschalten kann man natürlich auch schon direkt die Beinchen der LEDs verbinden oder an ihnen fest gelötete Kabel. In jedem Fall sollte man hier Sorgfalt walten lassen denn die Schaltung ist nicht gerade sehr einfach und wird bei einer größeren Zahl an LEDs unübersichtlich. Auch ist sie schwierig wenn ich zum Beispiel eine ungerade Anzahl an LEDs habe die sich nicht durch die Voltzahl des Akkus teilen lässt.

LEDs mit WiderstandDie zweite Variante ist vom Schaltbild her einfacher aber um so mehr Lötarbeit. Und zwar schaltet man hierbei alle LEDs parallel an den Akku. Man kann dann, und das ist auf dem Bild unter „Scheinwerfer basteln“ gut zu sehen, alle Kabel der LEDs einer Leuchteinheit einfach zusammen fassen und zum Akku führen. Das Zusammenfassen kann man entweder indem man allesamt verlötet oder einfach Kabelklemmen verwendet. Das kann man nur wenn man einen Widerstand verwendet welche die Akku-Spannung auf die benötigte Spannung der LED senkt. Hierbei gibt es ebenfalls zwei Varianten: Die erste ist es einen Widerstand an jede LED zu löten (grün eingezeichnete Widerstände im Bild). Dies erfordert zwar recht viel Fleißarbeit aber wenn eine Lötstelle bricht, fällt nur eine LED aus und nicht alle. Die zweite Möglichkeit ist es, für alle LEDs zusammen einen Widerstand ein zu setzen. In diesem Fall berechnet sich der Widerstand aus der addition aller Leistungen der LEDs (blau eingezeichneter Widerstand im Bild). Dies hat den großen Nachteil, dass wenn der Widerstand oder eine Lötstelle daran kaputt gehen, alle LEDs ausfallen. Außerdem kann man das System so nicht einfach erweitern. Möchte man also mehr LEDs am Ende anschließen, ändert sich der Widerstand am Anfang.

Oft kann man LEDs schon zusammen mit den passenden Widerständen für 6 oder 12V kaufen. Dann erspart man sich die Rechnerei. Bei manchen Shops kann man diese auch schon fertig verlötet kaufen – was allerdings seinen Preis hat. Normal sollte man für eine LED weniger als 20ct bezahlen – samt Widerstand. Wer alles einzeln kaufen möchte findet hier einen tollen Widerstandsrechner.

Ein Zwischenschritt zwischen beiden Methoden wäre es, pro Leuchteinheit (also pro Scheinwerfer am Fahrzeug) einen Widerstand zu verwenden.

Am Ende hat man hoffentlich alle LEDs angeschlossen und führt die Kabel zum Akku. Da man, wenn man eine realistische Beleuchtung hat, dann Kabel von allen vier Ecken des Fahrzeuges zu einem Akku hin führt, eine Art faradayschen Käfig baut und dies möglicherweise die Fernsteuerung stören könnte, empfiehlt es sich die langen Strecken an Kabel (beispielsweise von Links nach Rechts im Auto oder von Vorne nach Hinten) mit Alufolie mehrfach zu umwickeln. Die Kabel kann man dann einfach mit Panzertape in der Karosserie befestigen.

Schalter und Batterie

Last but not least das wichtige Thema des Akkus. Dieser sollte möglichst ein ganzes Rennen durchhalten. Was nützt einem die schönste Beleuchtung wenn diese nach der Hälfte der Zeit schlapp macht? Wenn man Akkus verwendet, kann man die Lebensdauer etwa errechnen durch die Kapazität des Akkus und der verwendeten Leistung der LEDs. Bei Batterien ist das schwieriger und lässt sich meist nur durch Ausprobieren ermitteln. Auch die Wahl des Akkuhalters ist Geschmackssache. Er sollte sich gut an der Karosserie oder im Auto befestigen lassen und die Batterien oder den Akku so fest halten das sie nicht herausspringen können.

Die abgebildete Karosserie auf dem ersten Bild besitzt 40 LEDs vorne, 20 LEDs hinten und zusätzlich 20 Brems-LED Lichter (nicht dauerhaft an) und wurde mit vier AA Batterien betrieben. Das reicht locker für einen Betrieb >2 Stunden ohne Leistungsverlust. Also unbedingt die Haltbarkeit ausprobieren.

Ob man einen Schalter verwenden möchte oder nicht, bleibt einem selbst überlassen. Man kann auch einfach, sofern man hier einen Stecker verwendet, den Stecker am Akku trennen. Speziell wenn man Ankuschalen verwendet die man einlötet sollte man allerdings auf einen Schalter zurückgreifen den man relativ einfach erreichen kann. Das Modell ist dabei egal.

Weitere Tipps

Oben wird ja bereits darauf hingewiesen das die Beleuchtung möglicherweise den Funk stören kann. Aus dem Grund sollte man unbedingt vor der ersten Fahrt eine Reichweitenprüfung ohne eingeschalteten Motor aber mit eingeschaltetem Licht durchführen. Bei der ersten Testfahrt sollte man auch auf Störungen im Funk und im Licht achten da, wenn die ganze Einheit in Bewegung ist, sich doch das ein oder andere Kabel lösen kann.

Die Beinchen der LEDs, alle Lötstellen und die Widerstände (sofern man welche verwendet), sollte man ausserdem mit Schrumpfschlauch versehen sodass nirgends ein Kurzschluss entstehen kann und die Lötstellen ausserdem besser geschützt sind. Schrumpfschlauch ist günstig und wird häufig bereits bei Widerständen und/oder LEDs mitgeliefert.

Kabel kann man am Einfachsten mit Kabelklemmen (Lüsterklemmen) zusammenfassen. Natürlich kann man auch alles löten, dies macht aber eine Reparatur oder Nachbesserungen an der Strecke schwierig (außer man hat 230V Strom und einen Lötkolben am Platz). Ausserdem gestaltet es sich oft schwierig mehr als drei oder vier Kabel zusammen zu löten wenn man nicht sehr geübt ist.

Am Ende wäre noch die Frage nach dem Kabel. Hier kann man keinen Klingeldraht (oder ein anderes Kabel mit starrer Litze) empfehlen da er starr ist und die Litze bei mehrmaligem Knicken leicht brechen kann. Einen solchen Fehler zu finden ist recht schwierig. Lieber etwas mehr Geld ausgeben für dünnes Kabel mit Silikon-Isolierung. Das ist robust und einfach zu verarbeiten.

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