Brauche ich Hydraulikbremsen?

Ein kleiner Glaubenskrieg. Dabei geht es um Wartungsfreundlichkeit und Ansprechverhalten. Ausreichend Bremsleistung erreicht man mit beiden Systemen. Der Vorteil von Hydraulikbremsen ist, dass das Chasi beim Bremsen nicht verwindet. Dafür muss das System auf Dichtigkeit geprüft und ab und zu entlüftet werden. Bei Seilzugbremsen wird das Chassi von den Zügen zusammengezogen. Dadurch verändert sich die Fahrwerksgeometrie leicht. Die Einstellung der Bremsballance rechts/links ist aufwendiger. Wenn die Bremse einmal eingestellt ist ist praktisch kein weiterer Eingriff notwendig.

Die Bremssysteme sind eine viel diskutierte Baugruppe. Grundsätzlich sollte eine Bremse immer so eingestellt sein, dass sie beim Bremsen nicht zu blockierenden Rädern führt. Ein ausreichend starkes Servo (ca15Kg) vorausgesetzt kann mit beiden Systemen eine mehr als ausreichende Bremsleistung erzielt werden.

Bei Seilzug Bremsen gibt es viele Varianten bei Bremsscheiben und Bremsbacken. Hydraulikbremsen werden in dem meisten Fällen mit Epoxyscheiben und Stahlbremsbacken geliefert. Diese Kombination ist auch bei Seilzugbremsen zu empfehlen.

Eine persönliche Einschätzung der Systeme:

Nach langem Einsatz einer Seilzugbremse im FG EVO mit Epoxyscheiben und Stahlbremsbacken. Hat sich gezeigt, das es sehr aufwendig ist die Bremsleistung rechts/links gleichmäßig einzustellen. regelmäßige Kontrolle ist hier notwendig. Zudem neigt die Bremse bei geringeren Geschwindigkeiten (am ende der Bremsung) zum blockieren. Nimmt man die Bremskraft zurück ist die Verzögerung aus hohen Geschwindigkeiten nicht aus dem Niveau einer Hydraulikbremse. Beim FG ist es empfehlenswert die Abstützung der hinteren Bremszüge mit Zügen aus dem Formel nach vorne zu verlegen. Mit der Abstützung auf der Getriebeplatte wird das Chassis durch die Servokraft beim Bremsen deutlich sichtbar zusammengezogen. Beim lösen der Bremse schwingt dann das Chassis nach oben und bringt Unruhe ins Auto. Mit einer Hydraulikbremse ist das Einstellen viel leichter. Da jeweils ein Zylinder eine Achse bedient ist die Bremsleistung immer seitengleich. Die Bremszylinder sitzen direkt neben den Servos. Dadurch verwindet sich das Chassis nicht beim Bremsen. Solange das System dicht ist, sind praktisch keine Wartungsarbeiten notwendig. Vor Allem diese Wartungsfreundlichkeit ist der Grund für die meisten Wettbewerbsfahrer eine Hydraulikbremse einzusetzen.

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Grundsätzlich sind mit beiden Systemen gleiche Rundenzeiten möglich. Allerdings ist die optimale Einstellung der Seilzugbremse aufwendiger. Eine nicht optimal eingestellte Bremse schlägt sich natürlich ein schlechteren Rundenzeiten nieder.

Seilzug:

Vorteile
– günstiger Preis
– keine Entlüftung notwendig
– einfacher Einbau

Nachteile
– Gleichmäßiges Einstellen re/li aufwendig
– evtl. reißende Seilzüge

Hydraulik:

Vorteile
– gleichmäßige Bremsleistung auch aus hohen Geschwindigkeiten
– wenig Arbeitsaufwand beim Einstellen
– haltbarer (keine Seilzüge)

Nachteile
– hoher Preis
– entlüften notwendig / Dichtigkeitsprüfung

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