Gebrauchte Fahrzeuge kaufen

Das Kaufen eines gebrauchten Renners ist oft sehr attraktiv. Speziell Neueinsteiger oder Umsteiger erleichtert dies die finanzielle Hürde oft gewaltig. Es gibt jedoch beim Kauf einige Dinge zu beachten um nicht am Ende mehr zu zahlen als ein Neukauf gekostet hätte.

Alter des Fahrzeug Modells

Zunächst einmal sollte man das aktuelle Fahrzeug mit den aktuell angebotenen Neufahrzeugen verlgleichen. Hierzu eignet sich die Homepage oder die Kataloge des jeweiligen Herstellers. Generell gillt: Je größer die Unterschiede, desto älter das Auto. Meist gibt es auch Informationen über vorherige Modelle – speziell in den Einzelteilkatalogen. Hier kann man ebenfalls das Alter der Teile abschätzen.

Der Motor

Viel wichtiger als beim Chassis ist das Alter des Motors. Rein von den Bildern her lässt sich das Alter meist nicht richtig abschätzen, außer wenn sich die Modelle deutlich voneinander unterscheiden lassen. So zum Beispiel werden seit einigen Jahren keine Solo Motoren mehr bei FG Modellen verbaut. Ein Indiz jedoch über die Laufleistung des Motors ist die Verfärbung des Tanks. Dieser verfärbt sich durch das Benzin und dem enthaltenen Zweitaktöl. Meist verfärbt er sich ins gelbliche. Je gelber und dunkler der Tank desto älter und mehr Sprit hat er gesehen. Gleiches gilt für die Schläuche. Ein komplett vergilbter Tank ist minimum zwei Jahre alt – im Neuzustand sind die meissten Tanks weiß. Gleiches gilt für das Starterseil. Dieses ist ebenfalls im Neuzustand weiß – je verschmutzter es ist desto mehr Laufleistung hat das Auto. Sollte man die Gelegenheit haben das Auto vorher besichtigen können sollte man sich die Zündkerze mal anschauen – ist sie stark verrußt bzw. sieht sie sehr abgenutzt aus ist dies auch ein Indiz für eine hohe Laufleistung. Sollte sich die Gelegenheit ergeben sollte man die Kompression des Motors prüfen – am Seilzugstarter über den Totpunkt ziehen. Je weniger Widerstand vorhanden ist, desto höher die Laufleistung bzw. desto nötiger ist ein Wechsel eines Kolbenrings. Auch kann man oben in den Zylinder schauen wenn der Vergaser abgeschraubt wird. Dieser könnte Riefen enthalten die es zu vermeiden gilt. Gleiches kann man machen indem der Auspuffkrümmer abgeschraubt wird. Den Motor sollte man in jedem Fall vor dem Kauf laufen lassen. Er sollte nach einigen Malen ziehen anspringen und nach einer Warmlaufphase gleichmäßig laufen und nicht in seiner Drehzahl übermäßig schwanken. Dies wären Indizien für einen defekten Kolbenring, Undichtigkeiten am Vergaser etc. Ebenfalls sollte man an der Vergaserwelle wackeln. Ist die Welle stark ausgeschlagen kann dies ebenfalls in Indiz für eine hohe Laufleistung sein bzw. für ein falsch eingestelltes Gasservo.

Die Kupplung

Ist die Kupplung verschlissen kann dies ebenfalls ein teures Nachspiel haben. Von daher sollte der Blick auch über die Kupplungsglocke schweifen. Leichte Verfärbungen aufgrund der Hitze sind normal – eine übermäßige blaue Verfärbung ist jedoch ein Indiz dafür, dass die Kupplung darunter ebenfalls verschlissen sein könnte. Wenn man die Gelegenheit dazu hat, sollte man die Kupplungsglocke ab montieren und auf die Belagstärke der Kupplung achten. Ebenfalls kann man kontrollieren wie stark die Kupplungsglocke eingelaufen ist.

Das Chassis

Weitere Details auf die man achten sollte sind ob das Chassis absolut gerade ist. Ein krummes Chassis ist nicht nur ungünstig für Fahrverhalten und das Einstellen des Autos sondern zeugt auch von diversen Unfällen des Autos. Ein durchgebogenes Chassis kann man erkennen indem das Auto flach auf einen ebenen Untergrund gelegt wird. Sehen kann man es ggf. auch durch vermehrte Kratzer im mittleren Bereich in welchem das Chassis typischerweise durchbiegt. Gerichtete Chassisplatten kann man ebenfalls durch das Kratzerbild entlarven. Meist sind diese im wieder gerade gebogenen Bereich instabiler als vorher. Es versteht sich von selbst, dass man schauen sollte, dass die Achsschenkel symmetrisch sind und nicht verbogen.

Die Zahnräder

Weiteren Ärger kann man sich beim Blick auf die Zahnräder ersparen. Speziell das große Kunststoffzahnrad auf der Getriebewelle leidet wenn auf verschmutztem Untergrund gefahren wird oder Steinchen ins Zahnrad kommen. Da das Kunststoffzahnrad meist günstig zu beschaffen ist, ist jedoch mehr Augenmerk zu legen auf die anderen drei Zahnräder – speziell dem inneren Zahnrad auf der Getriebewelle und dem Differentialritzel. Sind diese stark abgenutzt kann es oft schon recht teuer werden und zugleich sind dies Indizien für ein falsch eingestelltes Flankenspiel und/oder einem im hinteren Bereich verbogenen Chassis.

Der Antrieb

Ein weiteres Detail auf das geachtet werden sollte ist Spiel im Antrieb. Hierzu nimmt man beide Hinterräder in die Hand und dreht sie gleichmäßig in beide Richtungen. Dabei sollte kein haken oder klemmen spürbar sein. Des Weiteren kann man sie gegeneinander verdrehen. Hierbei sollte kein Klackern spürbar sein, welches auf ein Spiel in den Antriebswellen oder dem Differential hinweist. Sollte man ein Klackern merken in jedem Fall zuerst ein Blick auf die Antriebswellen werfen um zu sehen ob diese verschlissen sind.

Die Bremsen

Nächster Punkt sind die Bremsen. Egal ob Scheibenbremse mechanisch, hydraulisch oder Zentralbremse sollte man einen Blick auf die Bremsbeläge und Scheiben werfen. Auch diese geben Auskunft über die Laufleistung eines Fahrzeuges. Sind diese stark abgenutzt kann dies ebenfalls teuer werden für den Gebrauchtfahrzeugkäufer. Bei Hydraulikbremsen sollte man die Bremse einige Male betätigen und an allen Anschlussstellen auf Undichtigkeiten achten. Speziell an den Zylindern können Undichtigkeiten oft teuer werden.

Die Kugellager

In einem normalen Modellauto sind an jedem Rad zwei Kugellager verbaut. Ebenfalls sind mehrere Kugellager im Antriebsstrang vorhanden. Alle Teile sollte man langsam drehen und darauf achten ob man mahlende Geräusche oder ein haken bemerken kann. Dies wären Indizien für defekte oder trockene Kugellager. Danach sollte man jedes Rad schnell anstoßen und sehen ob sie sich lange und gleichmäßig drehen. Kommt ein Rad abrupt zum stehen oder dreht sich wesentlich kürzer als die Anderen ist dies ebenfalls in Indiz für Verschleiß in den Lagern. Last but not least sollte man an allen Lagern wackeln und Radial- und Achsialspiel abprüfen. Ein Achsialspiel kann auf eine falsche Einstellung hinweisen die sich meist leicht beheben lässt, Radialspiel sollte jedoch bei keinem der Lager übermäßig vorhanden sein.

Die Stoßdämpfer

Bei den Stoßdämpfern sollte man in erster Linie abprüfen ob die Kolbenstangen gerade und nicht verbogen sind. Außerdem sollte der Stoßdämpfer nicht schwitzen – sprich: Öl verlieren. Ein leichter Ölverlust an der Kolbenstange ist tollerierbar aber am Deckel sollte er keines verlieren.

Allgemeines

Generell gilt es, dass man überall mal dran drehen und wackeln sollte um zu sehen ob irgendwas übermäßig ausgeschlagen, locker oder defekt ist. Habt keine Scheu richtig hin zu fassen denn nur so können versteckte Mängel aufgedeckt werden. Solltet ihr vor haben in Zukunft an Rennserien teil zu nehmen solltet ihr euch noch erkundigen ob die Airbox und der Schalldämpfer eine DMC Nummer haben bzw. auf die Einprägung der Nummer auf den Teilen achten.

Ein gutes Aussehen und ein blinkend geputztes Auto können täuschen. Eine Besichtigung eines Fahrzeuges ist in jedem Fall an zu raten. Nach Möglichkeit sollte man auch eine kurze Probefahrt unternehmen.

Meist sind gebrauchte Fahrzeuge, speziell die Einsteigermodelle, mit Tuningteilen versehen weswegen oft hohe Preise für diese Fahrzeuge verlangt werden. Erkundigt euch genau welche Tuningteile verbaut sind und was diese ggf. neu im Handel bzw. ein vergleichbar gebrauchtes Tuningteil bei den Internetbörsen oder in Foren kosten. Auf diese Weise kann man ein böses Erwachen nach einiger Zeit verhindern.

Last but not least sollte man, sollte man sich selbst nicht genügend mit der Materie auskennen, jemanden zum Kauf mitnehmen der sich auskennt und ggf. die oben genannten Punkte abprüfen kann. Natürlich sollte man auch nicht das erstbeste Angebot annehmen, auch wenn es noch so gut klingt sondern zunächst einmal Preise vergleichen. Geld kann man ebenso sparen wenn man antizyklisch kauft. D.h. am Ende der Saison sind die Fahrzeuge und Teile oft günstiger als zu Anfang.

Viel Spass beim Gebrauchtwagenkauf

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