Glühweincup 2012

Wie immer nach einem Rennen möchte ich euch einen kurzen Rennbericht über den Event liefern. Dieses mal wieder über den beliebten Glühweincup. Dieser fand am 24. und 25. November 2012 auf der Rennstrecke des RC-Team Hockenheim statt. Angemeldet waren dieses mal knapp 80 Fahrer – darunter alleine 50 Tourenwagen. Ein rekordverdächtiges Starterfeld also. Meine Aussichten auf einen guten Platz waren also verhältnismäßig gering – denn es waren nicht nur sehr viele sondern auch extrem hochkarätige Starter. Um es vorweg zu nehmen: Das Rennen war genial. Es hat mächtig Spaß gemacht, das Wetter hat gepasst und die Teilnehmer waren noch besser. Was die endgültige Platzierung angeht bin ich, wie so oft, unter den Möglichkeiten des Autos, aber vermutlich genau nach den Möglichkeiten des Fahrers gelandet.

Da ich an der Organisation des Glühweincup beteiligt bin, das RC-Team Hockenheim nicht sonderlich groß ist, war dementsprechend viel im Vorfeld zu erledigen. So viel, dass wiedermal die Testfahrten vor dem Cup zu kurz kamen. Dennoch reichte es für eine Komplettdurchsicht des Fahrzeuges zusammen mit McSpeed und einer Testfahrt eine Woche vor dem Cup. Die Testfahrt versprach schon einiges – das Auto lief gut und das Grundsetup war rein geschraubt. Lediglich die Reifen konnten noch nicht angefahren werden da diese erst einige Tage vor dem Event eintreffen sollten.

Vorläufe

Samstagmorgen dann ging es los mit einem kurzen Shakedown. Alles lief so weit. Der Grip der Strecke war schon ordentlich aber noch nicht perfekt. Petrus hatte ein Einsehen mit dem Event und bescherte uns wie so häufig (*auf Holz klopf*) sehr gutes Wetter! Nach dem freien Training ging es dann weiter mit einer Runde gezeitetes Training in Gruppen. Die letzte Möglichkeit etwas vor den Vorläufen zu verbessern. Mit nur einigen Detailmodifikationen ging ich mit neuen Reifen in den ersten, dann in den zweiten und schließlich in den dritten Vorlauf. Neu bei dieser Edition des „G-Cups“ war die Wertung nach dem schnellsten 3er Rundblock und nicht mehr nach der Absoluten Runzenzahl in den 5 Minütigen Läufen. In meinem dritten Vorlauf hatte ich jedoch die geniale Idee mit einer anderen Karosserie (Alfa) zu fahren. Die Lackierung war extrem ungewohnt und außerdem war das Fahrverhalten der Alfa extrem ungewohnt und das Heck lose sodass keine Zeitverbesserung beim Lauf heraus kam – obwohl die Streckenbedingungen sich stets verbesserten. Meine Bestzeit war eine 01:13,80 was einem durchschnitt von mittleren 24er Zeiten besagt. Beste Rundenzeit im Vorlauf eine 24,23 Sekunden. Nicht gut aber es könnte auch schlimmer sein.

Sonntagmorgen herrschte Motorenruhe wegen des Totensonntags. Bis 13 Uhr sollten die Motoren schweigen. Die Zeit wurde für Ausschlafen und gemütliche Gespräche genutzt. Nach einem Weilchen Laissez-faire entschloss ich mich noch mal über mein Setup drüber zu schauen. Zusammen mit Andreas van Hüth hatte ich einen extrem schnellen und Kompetenten Helfer. Wir bauten mein komplettes Setup um um im Achtelfinale für das ich mich nur qualifiziert hatte noch ins Viertelfinale (meine geheime Hoffnung) auf zu steigen. Die Setupänderungen waren, um es vorweg zu nehmen, super. Das Auto war danach super stabil, keine Spur mehr vom etwas nervösen Heck aus dem dritten Vorlauf.

Achtelfinale

Ich startete von der fünften Startposition – die ersten drei Fahrer kommen weiter ins Viertelfinale. Meine Ausgangsposition war zumindest also nicht aussichtslos – zumal ich hoffte meine Zeiten verbessern zu können. Vor mir stand McSpeed – bewaffnet mit einem bärenstarken Motor. Vor ihm Vereinskamerad Tobias Diemer. Im Nacken hatte ich ein weiteres Problem: Herty. Herty ist eigentlich immer schnell und gefährlich – und ich sollte recht behalten. Ich erwischte einen guten Start und konnte gleich mal McSpeed und einen weiteren Konkurrenten überholen. Im Omega schließlich machte der Zweitplatzierte einen Fehler und schleuderte ins „Gras“. Den Fehler versuchte ich zu nutzen. In Hockenheim gibt es jedoch kein Gras – alles ist Asphalt – was den Fahrer dazu veranlasste ansatzlos wieder seinen Platz auf der Ideallinie in Anspruch zu nehmen. Mit dem Erfolg das wir kollidierten, ich war mittlerweile neben ihn gefahren, und wir beide einige Plätze zurück fielen. Gleiches Spiel wiederholte sich dann noch zwei Mal – Fahrer vor mir macht einen Fehler, fährt außerhalb der Strecke, ich versuche vorbei zu gehen und der Fahrer fährt auf die Ideallinie zurück und wir kollidieren. Manchmal frage ich mich wie die Fahrer das auf anderen Strecken, wo es GRAS gibt, machen. Aber egal. Am Ende vom Lied war ich Letzter. Das Gute dabei war allerdings: Das Auto ging wie’s sprichwörtliche Messer. Es war von der absoluten Rundenzeit vielleicht nicht unbedingt wahnsinnig schneller geworden, dazu brauche ich einen kraftvolleren Motor und vielleicht ein anderes Diff, aber es war einfach zu fahren und somit waren die Rundenzeiten konstant und für meine Verhältnisse niedrig. Ich konnte mich Platz um Platz nach vorne kämpfen. Platz 8, Platz 7, Platz 6, Platz 5, Platz 4. Dann die Durchsage: Noch 7 Sekunden Abstand zum Dritten, dem ersten Aufstiegsplatz! Einige Runden später dann nur noch 3 Sekunden – ich konnte Herty bereits im Augenwinkel sehen! Ich machte zwischen einer Viertel und einer Sekunde pro Runde gut. Und dann? Ich fuhrt durch die S-Kurven und wollte Bremsen: Keine Reaktion. Erst ca. 5 Meter verzögert bremste mein Auto! Ich traf bremsend die Reifen in der Kurve auf die Gerade und das Auto blieb unbeschädigt stehen. Eine Funkstörung! Ich schob einen Reifen nach hinten weg, wendete und setzte die Hatz fort. Mittlerweile jedoch war ich auf den sechsten Rang zurück gefallen und konnte in der Kürze der verbliebenen Zeit nur noch einen Platz wieder gut machen. Mein Endergebnis: Platz 5 im Achtelfinale A und der 37. Gesamtrang.

Fazit

Alles in Allem ziehe ich jedoch ein sehr positives Fazit. Ich habe viel gelernt, das Auto lief sehr gut, der Fahrer und die Funke waren mal wieder die schwächsten Glieder. Aber die Stimmung im Fahrerlager, die Unterhaltungen und auch das Rennen an sich das für mich natürlich auch spannend war, waren phantastisch. Ernschdi’s Death Hot Rod (siehe Foto) brachte neben den ganzen Weihnachtsmützen auch noch eine super Würze in die Veranstaltung. Ich weiß was man im November 2013 unbedingt machen muss: Zum Glühweincup pilgern!

Alle Ergebnisse des Glühweincup sind auf der Homepage des Glühweincup zu finden.

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