Glühweincup Hockenheim 2009

Am 21. November 2009 veranstaltete das RC-Team-Hockenheim traditionsgemäß den Glühweincup. Dieses Jahr ging die Veranstaltung bei fast frühlingshaften Bedingungen (ca. 16°C und Sonnenschein) mit 54 Fahrern über die Bühne. Da die News und der Rennbericht auf http://www.rc-team-hockenheim.de ebenfalls von mir stammen – und ich keinen Sinn darin sehe dieses in abgeänderter Form nochmal zu schreiben, nutze ich die Gelegenheit einen ganz persönlichen Rennbericht zu verfassen.

Der Morgen fing früh an. Ich kam um ca. 7:30 Uhr an der Strecke an, und musste feststellen, dass ich bei Weitem nicht der Erste war. Nach dem Bezug meines Platzes im großen Zelt und einigen kleinen Einstellungs-Geschichten machte ich mich dann auch mal auf zum Fahrerstand wo bereits großes Gedränge herrschte. Zum ersten Mal an dieser Strecke musste ich auf einen Platz vorne an der Reling warten! Nach 10 Minuten aufwärmen war dann alles klar: Das Setup passt, die Rundenzeiten sind einigermaßen. Kurz danach hingen auch schon die Gruppeneinteilungen aus: Gruppe 3 Tourenwagen! Zusammen mit sehr guten Fahrern in einer Gruppe – ich bekam schon etwas Lampenfieber – aber es hätte schlimmer kommen können.

Der erste Vorlauf verlief einigermaßen gut. Nach einem kleinen Rempler der mich etwas Zeit gekostet hat, kam ich auf dem Vierten von Sechs Plätzen ins Ziel. Mit der dritt schnellsten Rundenzeit (25:15) ließ ich aber noch etwas Luft nach oben. Ich nahm mir vor für den zweiten Lauf frische Hinterreifen auf zu ziehen und die Bremse etwas nach zu stellen.

Im zweiten Vorlauf konnte ich meine Position verteidigen: Wieder mal vierter geworden. Die Rundenzeit ist aber in eine hohe 24er Zeit gesunken! Erster Erfolg – die neuen Reifen und die bessere Bremsbalance hatten gewirkt. Jedoch war ich mit dem Hochdrehen meines Motors nicht zufrieden und wollte ihn neu einstellen: Ein Fehler wie es sich herausstellte. Um dem besser werdenden Grip und den höheren Temperaturen gerecht zu werden habe ich die Dämpfer hinten wie vorne steiler eingestellt um im dritten Lauf abermals besser zu werden.

Wieder mit neuen Hinterreifen, steileren Dämpfern und der vermeindlich besseren Motor-Einstellung startete ich in den dritten und letzten Vorlauf. Als Ziel: Die Direktqualifikation ins Viertelfinale! Gleich zu beginn stellte ich fest: Das Einstellen des Motors war ein Fehler. Er drehte nicht frei hoch und kam unten nicht wie gewohnt aus dem „Quark“. Ein Überschlag verhinderte zudem eine bessere Platzierung als (wie vorher) die Vierte Position. Jedoch die Rundenzeit von 24,59 Sekunden konnte ich als beste Rundenzeit verbuchen – ich war sehr glücklich diese unter diesen Umständen noch gefahren haben zu können. Es zeigte sich, die Einstellungen an den Dämpfern waren richtig!

Mein Kampf um Zehntel wurde tatsächlich mit einer Direktqualifikation für das Viertelfinale B belohnt! Hier wurde ich auf den Startplatz 2 gesetzt! Rundum glücklich suchte ich nach einer Lösung für mein Motoren-Problem. Denn so viel stand fest: Ich würde unter den ersten Drei in diesem Lauf ins Ziel fahren müssen um ins Halbfinale aufrücken zu können. Etwas, dass mit diesem Motor nicht oder nur sehr schwer möglich war! Schließlich kämpfte ich doch mit einem Standard-Motor gegen voll getunte Boliden mit um die 75% mehr Leistung! Ich vermutete Falschluft – also dichtete ich alle Dichtungen (Vergaser, Isolator) mit Dirko ab. Außerdem stellte ich fest, dass die alte Isolator-Dichtung nur noch dazu taugte einen Tisch vom Wackeln ab zu halten. Neuen eingebaut, alles zugeschmoddert. Das Einstellen gestaltete sich jedoch immernoch als extrem schwierig! Mit geschätzten 75% Leistung musste ich aber in das Viertelfinale!

Rechtzeitig zum Beginn der Aufwärmphase war ich gleich auf der Strecke! Schließlich musste ich den Nachteil, dass ich keine Reifenheizdecken besitze, irgendwie wett machen! Während des Warmfahrens hat mich bereits die fehlende Motorleistung sorgen gemacht. Allerdings lag das Auto sehr gut und ich war voller Hoffnung meinen zweiten Platz – oder zumindest den Dritten – verteidigen zu können um so noch im Halbfinale mitspielen zu können. Doch es kam alles anders als gedacht…

Zunächst einmal legte ich einen leichten Frühstart hin, den ich versuchte durch kurzes Bremsen wieder gut zu machen. Das kostete mich aber im Endeffekt mehr Zeit als ich gut gemacht hatte. Ein Umstand der wohl der Aufregung geschuldet war! Allerdings konnte ich in der ersten langen Linkskurve innen eine gute Linie wählen und konnte mich neben den Ersten auf die erste kurze Zwischengerade setzten! Beim Anbremsen krachte es hinter uns – Autos überschlugen sich. Durch meine schlechtere Linie (außen) konnte der Erste auch als Erster die Rechtskurve verlassen. Ich ging voll aufs Gas und beschleunigte die kurze geschlängelte Zwischengerade durch. Als ich vor der Linkskurve auf die Gerade bremsen wollte, passierte es…

… das Auto reagierte auf GARNICHTS mehr! Es blieb auf Vollgas stehen, bremste keinen Zentimeter und lenkte auch nicht ein. Mit geschätzten 50 bis 60km/h prallte es gegen die Beton-Umrandung der Strecke – ich war nur noch ein entfernt stehender Passagier. Der dumpfe Knall ging mir durch Mark und Bein und mir war sofort klar: „Die Karre ist Schrott!“. Mein ausgezeichneter Helfer rannte sofort zum Auto und ich wusste: Es ist vorbei. Ich schlenderte erst mal zum Glühweinstand bevor ich mir den Schaden anschauen wollte. Freundin und Vater waren Gott sei Dank vor Ort um mich etwas auf zu bauen … auf jeden Fall genug, dass ich mir den Schaden habe anschauen können.

Zwei Glühwein später schlenderte ich dann ins Fahrerzelt, wo sich um mein Auto schon eine kleine Menschentraube gebildet hatte. Das Ergebnis war wie erwartet: Ein nahezu Totalschaden! Hier eine kurze Aufstellung der defekten Teile:

  • 2 Querlenker vorne unten
  • 4 Querlenkerstifte vorne
  • Carbon Vorderachsversteifung
  • Carbon RC-Platte
  • Carbon Karosseriehalter
  • 2 Dämpfer
  • 2 Achsschenkel
  • Hurrican Reso
  • A+B Block
  • Chassisplatte krumm
  • 2 Bremszüge geknickt
  • … weitere Kleinteile

Das Ergebnis meines Viertelfinales war dann nur noch Makulatur. Ich möchte mich aber an dieser Stelle bei Allen Fahrern und Zuschauern rechtherzlich bedanken: Jeder hatte tröstende Worte, etwas Ironie, Weisheiten, Tipps und Ablenkung auf Lager. Danke! Schließlich war da auch noch ein „Hobbyfahrer“, der mir schließlich in der darauf folgenden Woche wieder vier heile Räder unter dem Hintern zu haben – auch hierfür 1000 Dank! Als Grund für meinen Einschlag konnte ich zu 90%iger Wahrscheinlichkeit den Akkustecker ausmachen. Dieser wurde vermutlich in der Eile rechtzeitig zum Anfang der Aufwärmzeit an der Strecke zu sein nicht richtig aufgesteckt und konnte sich in der Aufwärmzeit und den ersten Kurven im Rennen mit „Feindkontakt“ lösen. Leider hatte ich keine Sicherung – was sich im neuen Auto als Erstes ändert! Die Ursache für die schlechte Motorleistung konnte neben meinem alten abgenudelten Vergaser mit dem Isolator (krumm wie eine Banane) ausgemacht werden.

Leider hatte ich erst zum Finallauf der Tourenwagen wieder Zeit und Muse dem Renngeschehen zu folgen. Dort sah ich dann packende Rennaction von Michael Mielke der von Clark Wohlert’s Aufholjagt von 5 auf 2 gejagt wurde. Leider fiel Clark kurz vor Ende auf der zweiten Position wegen eines Defekts am Ritzel aus. Michael Mielke fuhr einen verdienten und zu keiner Zeit gefährdeten Start-Zielsieg heraus: Gratulation für diese Meisterleistung, denn er erzielte im stockdunklen Finale noch die schnellste Runde des Tages mit 23,60 Sekunden!

Mein Fazit fällt trotz Allem positiv aus! Der Glühweincup hat riesen Spass gemacht und mit meinem Speed konnte ich zufrieden sein. Schließlich hätte er fast für den Halbfinaleinzug gereicht. Die Stimmung am Hockenheimring war toll und ich konnte ein paar neuer Kontakte knüpfen. Das Auto-Thema wurde am darauffolgenden Sonntag geklärt: Ich habe einen neuen (gebrauchten) EVO 08 gekauft – mit vierfach-Sperrdiff und Hydraulikbremsen, Mielke-Airbox und allem Pipapo. Der Motor wurde inzwischen auch überholt, bekam neben neuen Dichtungen und Kolbenring auch einen neuen Lauterbacher Tuning-Isolator. Bald ist also wieder Zeit für das nächste Rennen. Alle noch heilen Einzelteile meines alten Autos werden über Winter aufbereitet und ihr werdet sie in Zukunft bei eBay finden…

Mein Dank gillt allen Anwesenden beim Glühweincup! Ihr macht die Veranstaltung zu dem was sie ist: Einmalig und wunderschön!

Hier ein paar Links zum Glühweincup:

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