Lightscale Reflex Servosaver im Test

lightscale-servosaferDen Reflex Servosaver von Lightscale gibt es ja nun schon seit einiger Zeit und er hat sich bei einer Vielzahl von Rennen und Veranstaltungen bewiesen. Also ist es mehr als nur an der Zeit, dass auch wir mal ein paar Worte drüber schreiben wie er sich so in der Praxis schlägt.

Zunächst einmal der erste Eindruck: Dieser besticht durch die geniale Alu-Optik des Savers. Er macht mit seinen knapp über 50g Gewicht einen massiven und sehr stabilen Eindruck – nicht zuletzt das 7075er-Aluminium trägt dazu bei. Der Saver kommt fertig montiert und eingestellt auf ein optimales Auslösemoment von ca. 30kg/cm. Der Reflex ist für die Tourenwagen Modelle von RS5, H.A.R.M., FG und auch für den RS5 Formel erhältlich und kostet ca. 129,-€. Teuer für ein solch kleines Teil möchte man meinen – allerdings weit gefehlt. Zunächst bezahlt man natürlich für die wirklich tolle Qualität und Entwicklungsarbeit samt 3-jähriger Testphase und wer an dieser Stelle spart, riskiert defekte Servos welche weit teurer sein können.

Warum der Lightscale Reflex Servosafer so etwas besonderes im Vergleich zu anderen Systemen ist, beschreibt am besten dessen Entwickler Markus Reiniger:

Alle bisher auf den Markt befindlichen Systeme arbeiten über klassische Federn. Deren Nachteil,unabhängig ob Druck-, Schenkel- oder Zugfeder, ist ihre Federkennlinie. Ihre Kraft ist linear zu ihrerAuslenkung. Das bedeutet, dass bei geringen Ausschlägen kaum Rückstellkraft der Feder vorhanden
ist und sie mit zunehmender Auslenkung immer mehr ansteigt.

Was bedeutet dies für den ServoSaver?

In den Feder-Stellungen, in denen höchste Präzision gefragt ist, also beim normalen Lenken, neigen bisherige Saver-Systeme dazu sich aufzudrücken, da die Feder keine Rückstellkraft zur Verfügung stellt – sie wird ja nicht oder nur kaum ausgelenkt bzw. sollte auch noch nicht ausgelenkt werden.
Wenn der Saver jedoch seinen Dienst verrichten soll, also zu große Kräfte von außen auf die Räder einwirken, wird die Feder weit ausgelenkt und versteift – was zu einer sehr hohen Servobelastung führt.

Zusammen gefasst bedeutet dies, dass bisherige Systeme von ihrer Charakteristik genau das Gegenteil von dem tun, was sie tun sollen. Sie sind um die 0-Lage (normales Lenken) sehr unpräzise und verhärten zunehmend bei ihrer Schutzfunktion (Auslenken des Savers). Mangelnde Präzision um die 0-Lage wird von vielen Herstellern durch stärkere bzw. vorgespannte Federn oder O-Ringe versucht zu vermeiden. Dies bedeutet aber wiederum eine sehr hohe Belastung des Lenkservos bei von außen einwirkenden Kräften auf die Räder (Crash). Der Saver erfüllt seine Schutzfunktion somit gar nicht bzw. nur sehr eingeschränkt.

Lightscale Reflex SchematischWie funktioniert also nun der Reflex Servosaver? Im inneren befindet sich ein System aus Kugeln, Rastplatten und Druckfedern welche den oberen (am Servo befestigten) und unteren (an den Spurstangen befestigten) Teil des Servosafers verbindet. Die beiden Teile werden durch den Druck der Kugeln und einer Tellerfeder gegen Verdrehen gesichert. Innerhalb seiner Belastungsgrenze sitzen so beide Teile fast wie eine Einheit absolut spielfrei zusammen – Spiel um die Nulllage des Savers resultiert in einem ungenauen Fahrverhalten. Wirkt nun Kraft auf die Vorderräder ein (im Fall eines Einschlags) löst der Saver bei seiner eingestellten Kraft aus und „schnappt“ auf. Die Tellerfeder gibt nach, die Kugeln springen schlagartig auf und der Saver öffnet sich bis zu einem Winkel von 100°. Die außen angebrachte Feder dient dazu ein Überdrehen zu vermeiden und drückt beide Teile wieder zurück in die Nulllage.

Der Einbau des Savers, ausprobiert in einem RS5 T12 Tourenwagen, geht Problemlos und schnell vonstatten. Er ersetzt den werksseitig montierten Servosaver – lediglich etwas Justierarbeit bei den Spurstangen und Servogestängen ist notwendig.

Gleich bei der ersten Ausfahrt ist der Unterschied im Fahrverhalten spürbar gewesen. Der Reflex ist sehr steif um die Mittellage. Das folgt in einem messerscharfen Geradeauslauf und ein unmittelbares Reagieren auf kleinste Lenkbewegungen. Das Auto macht einen viel direkteren Eindruck und setzt die Lenkbewegungen sofort in Bewegung der Vorderräder um.

Bewegt man die Vorderräder im Stand bei eingeschaltetem Sender kann man die Funktion des Servosavers sehr gut sehen. Mit einem schlag löst er aus, schützt die Servos und geht danach schnell in die Nulllage zurück.

Lieferumfang:

  • Reflex Servosaver

Preis:

ca. 129€

Fazit:

Eine absolute Kaufempfehlung. Klar sind 129,-€ nicht wenig Geld. Es ist aber im Vergleich zu einem oder zwei neuer Servos wenig. Nicht nur bringt der Reflex ein Zugewinn an Sicherheit für die teure Elektronik sondern auch einen deutlichen Vorteil beim Fahren!  Die tolle Qualität und die geniale Optik runden das Produkt ab.

Lightscale Reflex Servosaver

8.8

Verarbeitung

10.0/10

Benutzung

9.0/10

Einbau

9.0/10

Preis

7.0/10

Vorteile

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Verstellbares Stellmoment
  • Einfacher Einbau

Nachteile

  • Hoher Anschaffungspreis
  • Nicht für alle Modelle / Modellvarianten erhältlich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Loading...