Motor Wartung

Der Zweitaktmotor in Großmodellen ist ein sehr dankbarer Geselle. Eine Motorwartung in festen Intervallen ist nicht notwendig. Wer aus Freude am fahren auf die Strecke geht muß seinen Motor nur dann Warten wenn Leistung/Kompression nachlassen oder Undichtigkeiten auftreten.

Die Kompression kontrolliert man einfach durch ziehen am Seilzugstarter. Der Kolben sollte mit einem deutlichen „Plopp“ durch den oberen Totpunkt gehen. Die häufigsten Arbeiten/Kontrollen beziehen sich am Motor auf die Peripherie. Undichtigkeiten am Isolator treten immer wieder auf und führen dann zu Fehlern wie unruhigem Leerlauf, erhöhtem Standgas, schlechtem Durchzug oder Startproblemen.

Sichtprüfung:

Fasst mal an die Airbox und wackelt ein wenig kann man den festen Sitz von Vergaser/Isolator und Zylinder überprüfen. Ein dichter Motor ist trocken. Sind Isolator oder Vergaser ölig. Sollte neu abgedichtet werden. Die Vergaserwelle kann einlaufen. Dann zieht der Vergaser an dieser Stelle Nebenluft und die sollte die Vergaserwelle gewechselt werden. Ist der Motor am Zylinder naß (auch unten am Reso schauen) muß die Zylinderdichtung getauscht werden. Häufig kann man sehen, dass die Dichtung nach außen gedrückt ist. Wer Dichtmittel wie Dirko HT oder Holymar einsetzt sollte das Mittel nur sehr dünn auftragen um ein Herausdrücken in den Zylinder oder den Ansaugtrakt zu vermeiden. Dichtungen quellen im Einsatz auf um eine bessere Dichtigkeit zu gewährleisten. Deshalb: Immer eine neue Dichtung einsetzen.

Was also tun, wenn die Kompression nachlässt? Erste Kontrolle sollte der Sitz der Zündkerze sein. Ist sie nicht fest entweicht der Druck am Zündkerzengewinde. ACHTUNG Zündkerzen werden mit der hand festgedreht und dann mit einem Schlüssel um eine zusätzliche ¼ Drehung angezogen. Eine zu fest angezogene Zündkerze kann das Gewinde im Zylinder beschädigen. Unterschiedliche Kompression bei kaltem (mehr) und warmen (weniger) Motor sind normal.

Zylinderdichtung:

Die Stärke der Dichtung richtet sich nach der ausgebauten Dichtung (0,5mm sind Standard). ACHTUNG wird die Stärke der Dichtung verändert, ändern sich auch die Steuerzeiten. Papierdichtungen mit glänzenden Metalplättchen haben sich hier bewährt. Um den Zylinder dauerhaft zu befestigen empfiehlt es sich die Schrauben mit Hochfesten Schraubensicherungslack zu verkleben. Zum erneuten Öffnen müssen die Schrauben dann erhitzt werden. Zusätzlich sollten statt der glatten Unterlegscheiben Schorrscheiben genutzt werden.

Zündkerze:

Auch die Zündkerzen sind sehr lange haltbar. An der Zündkerze kann man sehr gut die Einstellung des Motors überprüfen. Wenn der Motor nicht anspringen will wird die Zündkerze nach einigen Startversuchen zu nass hier kann es sich lohnen die Kerze trocknen zu lassen oder gegen eine trockene zu wechseln. In der Regel wird damit das Startproblem nicht gelöst Es wird aber ein zusätzliches Problem vermieden und der Motor sollte mit Grundeinstellungen am Vergaser wieder anspringen.

Kolbenring:

Nach einer Laufleistung von mehr als 20 bis 25 Litern kann der Kolbenring abgenutzt sein und ein Wechsel steht an. Bei vielen Fahrern ist dies eine klassische Winterarbeit. Also Zylinder abbauen und den alten Kolbenring vorsichtig vom Kolben ziehen. Der Alukolben darf hierbei nicht mit dem Stahlring verkratzt werden. Beim Einführen des Kolbens in den Zylinder muß darauf geachtet werden, dass der neue Kolbenring richtig sitzt. Die Öffnung des Rings muß direkt an dem kleinen Zapfen im der Kolbennut anliegen. Drückt man jetzt den Ring zusammen kann man den Kolben wieder in den Zylinder schieben. Wir empfehlen den Zylinder hierzu leicht einzuölen damit es leichter geht und ein Verkratzen des Zylinders vermieden wird.

Verschleißprüfung:

Wenn der Motor schon mal offen ist sollten folgende Punkte geprüft werden. Ist der Zylinder riefenfrei? Sind leichte Riefen sichtbar ist das noch kein Problem. Sind sie mit dem Finger deutlich spürbar, ist eine neue Zylinder/Kolben-Garnitur fällig. Riefen treten häufig in Längsrichtung und am oberen Totpunkt auf.

Sitzt der Kolben richtig? Der Kolben muß sich leicht auf dem Kolbenbolzen nach vorne und hinten bewegen lassen. Ein Spiel nach rechts oder links darf er nicht haben. Dann ist der Kolbenbolzen eingelaufen und muß getauscht werden. Beim Austausch des Kolbens oder des Kolbenbolzens sollten immer neue Sicherungsringe verwendet werden. Beim einsetzen darauf achten, dass die offene Seite des Sicherungsrings immer nach oben oder unten zeigt und nie in den Aussparungen recht und links sichtbar ist. AUF DIE AUSRICHTUNG DES KOLBENS ACHTEN. Auf dem Kolben ist eine Markierung (ein Pfeil, oder ein kleiner Kreis). Diese Markierung zeigt in Richtung Auslaß. Bei einigen Tuningkolben ist die Oberseite des Kolbens geplant und die Markierung nicht mehr sichtbar. In diesen Fällen orientiert man sich an der Aussparung im Kolbenring. Diese zeigt immer in Richtung Einlaß.

Hat die Kurbelwelle Spiel? Greift man an das Lüfterrad und wackelt an der Kurbelwelle sollte sie sich fast nicht bewegen. Ein minimales axiales Spiel (unter 1mm) ist normal. Radiales Spiel ist Verschleiß und hat Undichtigkeiten zur Folge. Meist ist dann die Kurbelwelle eingelaufen. Die Lager müssen weich laufen. Hat man beim Drehen ein „sandiges“ Gefühl sind die Lager kaputt.

Zündung:

Die Zündung ist Wartungsfrei. Zur Demontage des Zylinders ist es häufig sinnvoll die Zündspule zu demontieren damit man den Zylinder frei handhaben kann ohne durch den Magneten im Lüfterrad gestört zu werden. Nach dem Zusammenbau sollte dann der Abstand Zündspule zu Lüfterrad neu eingestellt werden. Das richtige Maß sind hier 0,4mm. Bei der Befestigung der Zündspule kann man einen dünnen Karton zwischen Spule und Rad legen. Dann die Zündspule festschrauben und dann den Karton heraus ziehen. Fertig.

Zum Abziehen von Lüfterrad und Kupplung empfiehlt sich ein entsprechende Abzieher. Alles stemmen und Hebeln belastet die Kurbelwelle und kann zu einer Unwucht führen. Ob es sich lohnt einzelne Teile zu ersetzen ist dann ein simples Zahlenspiel mit den Parametern Ersatzteilkosten vs. Neuer Motor.

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