Musikwiedergabe bei RC-Rennen

Die GEMA und ihre Lizenzen sind in den Medien immer wieder ein großes Thema. Sei es Videosperrungen bei YouTube, der deutschen Geschäftsaufgabe von Grooveshark oder Initiativen wie ACTA welche die Wahrung der Musik- und Filmrechte sicherstellen sollen. Auch bei Rennveranstaltungen kann dies ein Thema sein. Wie ist mit öffentlichen Musikvorführungen um zu gehen und welche Risiken verbergen sich dahinter? In diesem Bericht möchte ich Veranstalter von Modell-Rennen warnen und einen Überblick über die Kosten geben.

Zunächst einmal möchte ich der Frage nachgehen was genau die GEMA ist und was sie macht.

Hierzu ein Ausschnitt aus der Deutschen Wikipedia:

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ist eine Verwertungsgesellschaft, die in Deutschland … die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht von denjenigen Komponisten, Textdichtern und Verlegern von Musikwerken vertritt, die als Mitglied in ihr organisiert sind. Andere Verwertungsgesellschaften sind zum Beispiel in Österreich die AKM und in der Schweiz die SUISA.

Die GEMA kümmert sich demnach um die Durchsetzung der Rechte der unter ihr vereinigten Komponisten bzw. Kunstschaffenden. Kritisch ist es jedoch bei öffentlichen oder halböffentlichen Veranstaltungen wie RC-Car-Rennen. Auch hierfür bedarf es einer Lizenz der GEMA. Hierzu in den nachfolgenden Kapiteln etwas mehr.

Darf man an Rennveranstaltungen Musik spielen?

Die Antwort lautet: Ja, wenn man dies anmeldet! Anmelden bedeutet, dass man die GEMA über die Art der Veranstaltung, der gespielten Musik und weitere Details in Kenntnis setzt. Da Rennveranstaltungen meist draußen stattfinden und die Beitragshöhe der GEMA von der Größe der Veranstaltungsfläche abhängt sowie von der Teilnehmerzahl und dem Eintritt kann dies jedoch ein teurer Spaß werden! Schon die Suche nach dem passenden Tarif gestaltet sich bei der GEMA als äußerst schwierig. Unter den mehrere hundert verschiedenen Tarifen findet sich unter Anderem der vermutlich passende Tarif U-VK welches die Wiedergabe von Musik mit Unterhaltungs- und Tanzmusik mit Musikern regelt. Hierbei bemisst sich der Beitrag nach der Veranstaltungsgröße. U-ST für Straßenfeste kommt wohl nicht zum Tragen da es sich bei Rennen wohl um eine Veranstaltung mit Eintritt handelt.

Was kostet nun die Beschallung eines Rennens mit ca. 100 Teilnehmern und einer Grundfläche von 100x100m (10.000qm) nach U-VK II 4b oder 4c? Hier bewegt sich der Preis zwischen 17,10€ und 119,70€. Gar nicht mal so teuer, was? Das Problem ist jedoch in welcher Kategorie die GEMA die Veranstaltung einstuft. Es könnten demnach viel höhere Kosten auf den Veranstalter zu kommen. Und jeder weiß, dass ein Verein bei einem Rennen kein Geld zu verschenken hat!

Wie sieht es mit freier Musik aus?

Freie Musikstücke werden häufig unter einer sogenannten Creative Commons (CC) Lizenz veröffentlicht. Was ist Creative Commons?
Hierzu ebenfalls ein Ausschnitt aus der Deutschen Wikipedia:

Creative Commons (abgekürzt CC, englisch, ‚schöpferisches Gemeingut‘, ‚Allmende‘) ist eine gemeinnützige Organisation, die 2001 gegründet wurde. Sie veröffentlicht verschiedene Standard-Lizenzverträge, mit denen ein Autor der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte an seinen Werken einräumen kann. Diese Lizenzen sind nicht auf einen einzelnen Werkstyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke anwendbar, die unter das Urheberrecht fallen, zum Beispiel Texte, Bilder, Musikstücke, Videoclips, usw. Auf diese Weise entstehen Freie Inhalte.

Nun wäre man fein raus. Denkt man! Denn die Veranstaltung muss auch dann der GEMA gemeldet werden – auch wenn diese keine Musikstücke der GEMA enthält. Um hierbei gebührenfrei zu bleiben muss man nachweisen können, dass jedes einzelne Musikstück NICHT bei der GEMA gelistet ist. Ist auch nur eines bei ihr gelistet, ist die Veranstaltung gebührenpflichtig! Des Weiteren muss die Einhaltung der jeweiligen CC Lizenz beachtet werden die zum Teil die Namensnennung der Künstler erfordert oder eine nichtkommerzielle Nutzung vorschreibt. Weitere Details zur Creative Commons Lizenz findet man auf deren deutschsprachigen Website.

Von daher ist auch dieser Weg alles andere als einfach oder sicher.

Und was nun tun?

Ich würde davon absehen öffentlich Musik oder TV auf Rennveranstaltungen an zu bieten da die finanziellen Risiken einfach zu groß sind. Sicherlich kann man argumentieren das es ja niemand mit bekommt und die GEMA davon nichts erfährt. Aber was wenn doch? Es drohen dann empfindliche Strafen für die Veranstalter. Übrigens drohen diese auch (dem Veranstalter) wenn Teilnehmer auf einem Rennen öffentlich Musik vorführen oder ein TV Programm zur Verfügung stellen. So lange der Veranstalter dies mitbekommt und die Möglichkeit hat dieses zu unterbinden ist er haftbar.

Mein Rat an alle Veranstalter ist es, sollte es irgendwie gehen, auf das Spielen von Musik zu verzichten. Der Aufwand für etwas Pausenmusik bei Rennen ist zu groß und die möglichen Kosten unkalkulierbar.

Alle Preise, Tarife und Tipps in diesem Artikel sind ohne jede Gewähr!

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