Glühweincup Hockenheim 2010

Wie jedes Jahr fand auch dieses Mal der Glühweincup im November auf dem Hockenheimring statt. Natürlich ist da Teilnahme Pflicht! Schon Wochen vorher begannen neben den eigentlichen Vorbereitungen die Organisation. Da der Glühweincup sich einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut und da das RC-Team-Hockenheim aufgrund seiner Lage direkt am Ring kein eigenes festes überdachtes Fahrerlager besitzt, stellte dies einen nicht zu unterschätzenden Arbeitsaufwand dar. Um es vorweg zu nehmen, die Organisation hat perfekt funktioniert. Daneben galt es aber auch das Auto auf den Cup vor zu bereiten. Da dies bereits mein dritter Glühweincup war, wurden die Erwartungen an einen selbst bereits im Vorfeld etwas höher geschraubt als noch im Vorjahr. Erklärtes Ziel: Mittelfeld – wenn möglich Halbfinalteilnahme.

Wegen der zu erwartenden kalten Temperaturen war die Reifenwahl die erste Wichtige Frage die zu entscheiden war. Schließlich fiel die Wahl auf PMT Supreme H10. Das Auto wurde gewartet und neu eingestellt. Extra für den Cup kam noch eine Carbon-Airbox auf’s Auto und wurde hier und da nochmal Gewicht eingespart. Freitagabend nach dem Aufbautermin am Ring wurde das Auto gepackt für den nächsten Morgen. Besorgte Blicke gingen dabei immer wieder auf den Wetterbericht der nichts Gutes verheißen ließ. Kalt, windig und Regen!

Samstagmorgen um 7:30 war ich am Ring. Ich war lange nicht der Erste! Bereits einige Motoren liefen und die ersten Runden wurden bei dichter Wolkendecke, kalten Temperaturen und heftigem Wind gedreht. So liefen auch die ersten Stunden des freien Trainings für mich auch nicht auf dem Ring ab sondern an den Zelten: Festbinden was das Zeug hielt. Die windige Nacht hatte seine Spuren an den Zelten hinterlassen. Ca. um halb 11 war dann alles soweit vorbereitet und alle 58 Fahrer konnten ihre Schraubertische in den drei großen Zelten beziehen. Nun hieß es erst einen Shakedown mit dem Auto zu machen. Damit genügend Plätze für Gäste zur Verfügung standen, schraubte ich in einem unserer Container. Ich habe drei Paar Hinterreifen am Stück angefahren und merkte dabei bereits, dass das Auto recht gut funktionierte.

Ich wurde eingeteilt in Tourenwagen Gruppe 3. Nach der Fahrerbesprechung um 12 Uhr ging das Warten los bis um 14 Uhr mein erster Vorlauf startete. Der lief eigentlich ganz gut. Meine Rundenzeiten waren noch nicht so schnell wie ich es erwartet hatte und es waren ein paar Patzer drin. Nachwievor ist mein größtes Problem nicht schnell zu fahren sondern die Rundenzeiten gleichmäßig über eine lange Zeit zu fahren ohne Fehler.

Im zweiten Vorlauf lief es dann etwas besser. Leider wurde etwas ruppig gefahren und auch ich traf einen anderen Fahrer und drehte ihn von der Strecke – unabsichtlich selbstverständlich. Nach einer Durchfahrtsstrafe lief es dann wieder etwas runder, aber eben mit zeitlichem Rückstand. Blieb nur die Hoffnung auf den finalen und dritten Vorlauf am Sonntag.

Nach kleinen Aufräumarbeiten war um 18/19 Uhr Feierabend. Von manchen Fahrern wurde aber noch bis tief in die Nacht geschraubt. Da ich kaputt war von den Vorbereitungen und dem anstrengenden Renntag ging es für mich nach einer warmen Dusche direkt ins Bett. Am kommenden Morgen musste ich ja wieder früh raus.

Sonntagmorgen 7:30 und wieder liefen bereits die ersten Motoren. Um 8:30 Uhr Fahrerbesprechung mit Benny und Martin. Es wurden einige organisatorischen Dinge besprochen wie die Dauer des F1 Finales. Es wurde von 30 auf 45 Minuten verlängert – dafür wurden die Halbfinale gestrichen. 10:30 Uhr war ich wieder dran. Ein sehr runder Vorlauf der Gruppe 3 für mich. Meine Rundenzeit war aber nicht so schnell wie am Vortag, was mich sehr wunderte weil meine Bremsen gleichmäßiger funktionierten und ich den Eindruck hatte runder zu fahren. Außerdem begann der Sonntag mit ausgezeichnetem Wetter: Sonnenschein und (später) bis zu 20°C!

Ich qualifizierte mich für das Viertelfinale B der Tourenwagen. Zusammen mit McSpeed. Ich entschloss mich meine Übersetzung etwas kürzer zu machen da mehr Grip vorhanden war als erwartet. Leider ließ sich mein Ritzel auf der Kupplungsglocke nicht lösen. Alles Klopfen und Hebeln nutzte nichts. Es war halb runter als McSpeed mir sagte, dass in 5 Minuten unser Viertelfinale starten sollte. Ich hatte die Zeit nicht im Blick, außerdem hatte ich im Hinterkopf, dass das F1 Halbfinale vorher stattfinden sollte. Dieses wurde jedoch gecancelt bei der Fahrerbesprechung! Panik! Hämmern auf dem Ritzel um es weiter rein zu bekommen. Heizdecken aufziehen. Schließlich habe ich das Ritzel mit ca. 1cm Spiel festgeschraubt – es war schlichtweg keine Zeit mehr! Ich musste hoffen, dass das Ganze die 15 Minuten hält!

Gegen Ende der Vorbereitungszeit stand ich auf dem Fahrerstand. Gestartet wurde auf der 80 Meter langen Geraden. Meine Reifen waren noch eiskalt und ich musste von der Poleposition ins Rennen. Die ersten Drei sollten weiterkommen! Gleich am Start kassierten mich zwei. Ich war Dritter. Hinter mir war noch McSpeed der Druck machte und schließlich auch vorbei ging. In den ersten Runden konnte ich ihm kaum folgen. Nach ca. 3 Runden waren meine Reifen warm und ich kam näher und näher an den dritten Platz heran: An McSpeed. Nach einem Duell von zwei Runden war das Glück auf meiner Seite und ich zog vorbei auf den erhofften dritten Platz! Ich machte Meter gut auf Platz zwei. Gegen Halbzeit war ich dran… und kam vorbei. Ein paar weitere Runden später überhitzten jedoch meine Reifen. Die ungewöhnlich hohen Außentemperaturen waren zu viel für die sehr weichen H10! Ich kam nicht weiter von meinem Schatten weg – aufholen auf Platz 1 war nicht mehr möglich. Ein paar langsame Runden und ein paar Fahrfehler später rutschte ich zurück auf Platz 3. Mein Polster nach Hinten war jedoch ca. eine halbe Runde weswegen ich es die letzte Minute sehr gemächlich angehen ließ. Halbfinale war angesagt! Zum Glück hielt mein Ritzel! Leider verlief das Viertelfinale für McSpeed nicht so gut. Er verlor nach Zweidrittel der Rennzeit eine Achsschenkelschraube: Das Aus.

Diesmal hatte ich genug Zeit die Übersetzung zu ändern. Dabei stellte ich fest, dass das große Ritzel am Primärantrieb auch locker war. Ich hatte also mehr Glück als gedacht, dass mein Auto durchhielt. Ritzel tauschen, Antrieb festschrauben und einige Details richten – damit war die Vorbereitung für das anstehende Halbfinale vorbei.

Das Halbfinale ging für mich relativ weit hinten in der Startaufstellung los. Ein, zwei Plätze konnte ich auf der Strecke gut machen. Aber schnell merkte ich, dass die Spitze um Längen schneller war. Ab dem Zeitpunkt versuchte ich nur noch meine Position zu halten und der Spitze nicht im Weg zu stehen. Unauffällig und profitierend von Ausfällen beendete ich das Rennen auf Platz 5 von 10. Ein Riesenerfolg! Mehr als ich erwartete! Aber nicht genug um mich für das Finale zu qualifizieren. Das hatte ich aber auch nicht erwartet.

Im Finale der Tourenwagen zog Michael Mielke wie erwartet vorne weg. Schon das ganze Wochenende über setzte er die Messlatte was die Rundenzeiten angeht. Leider fiel er gegen Mitte des Rennens wegen einem Akkuschaden aus. Gewonnen hat Holger Forst vor Stefan Frei und Mark Wybranietz.

Ein rundherum gutes Rennwochenende das ich endlich auch mal auf regulärer Manier beenden konnte – nicht wie zuletzt aufgrund von Defekten oder dem Wetter. Keine Defekte am Fahrzeug und auch die Rundenzeiten passten mit 24.1 Sekunden bzw. waren um 4 Zehntel tiefer als im Vorjahr.

Ich gratuliere allen Gewinnern aber auch allen Teilnehmern des Glühweincup 2010! Man sieht sich spätestens in einem Jahr wieder!

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