SK Lauf Mitte Hockenheim 2011

Am 09. und 10. April fand in Hockenheim zum ersten Mal der Sportkreis Lauf der Gruppe Mitte in den Klassen VG5 Tourenwagen, VG5 Hobby, VG5 Formel und VG5 Truck statt. Wie bei jeder Veranstaltung auf unserer eigenen Rennstrecke war die Teilnahme für mich obligatorisch.

Die Vorbereitungen dafür liefen eigentlich den ganzen Winter: Auto zerlegen, Putzen und warten sowie neue Reifen für die Saison bestellen. Ein kleiner Schock traf mich jedoch in der Trainingsphase zum SK Lauf eine Woche zuvor: Der Zylinder war gerissen. Also: Schnell einen neuen bestellt der Freitagmittag vor dem Rennen bei mir eintraf. Der Freitagabend war neben einem kurzen Testlauf mit dem Einbau des neuen Zylinders eigentlich schon voll. Eingefahren musste der Motor also während des Rennens werden.

Samstagmorgen traf ich gegen 8 Uhr an der Strecke in Hockenheim ein. Ca. 6 Wohnwägen belegten den Parkplatz auf der Rückseits des Museums und es waren schon dutzende Fahrer vor Ort und drehten fleißig ihre Runden. Mein Ziel war klar: Den Motor rechtzeitig vor dem ersten Lauf einstellen und einfahren. Zunächst einmal mussten aber noch einige Vorbereitungen für das Rennen getroffen werden: Warnschilder aufhängen, Zeitnahme in Betrieb nehmen. Letzteres gestaltete sich leider etwas schwieriger, da die hierfür notwendige Hardware leider nicht zur Verfügung stand. Fix einen Switch und Netzwerkkabel besorgt und schon lief das Rundenzählprogramm.

Danach ging es schnellstmöglich auf die Strecke. Einen Tank piano den Motor einfahren und einen Tank zügiges Fahren. Dann war der Morgen auch schon rum und die ersten Vorläufe standen ins Haus.

Bei bestem Wetter und um die 20°C starteten die sechs Vorlaufgruppen ihr Programm. Ich war in der Gruppe 2 der Tourenwagen eingeteilt und konnte mir daher die anderen – sehr spannenden – Vorläufe in Ruhe anschauen. Wie immer standen relativ schnell Favoriten in den einzelnen Klassen fest. Allen voran Kevin Schug der mit seinen 11 Jahren die Klasse Hobby auf seinem Xandi X1 dominierte. Lediglich Markus Strubich auf seinem HARM Porsche kam noch an seine Rundenzeiten heran. Bei den Formel Autos war Andreas Seyfried auf dem brandneuen HARM Formel das Maß aller Dinge.

Meine Vorläufe verliefen, bis auf eine unsanfte Berührung mit einem anderen Auto, sehr ereignisreich und glatt. Der neue Motor lief ohne Probleme und auch die Rundenzeiten sahen sehr gut aus. Schon im zweiten Vorlauf konnte ich meine persönliche schnellste Runde von 24,1 Sekunden auf 23,9 drücken – mein erklärtes Wochenendziel. Nach den ersten beiden Vorläufen belegte ich sogar in der Gesamtliste vorübergehend den Platz 10 – ein Umstand den ich aber Ausfällen oder weniger guten Läufen anderer Fahrer zu verdanken habe. Am Sonntag ging es gleich morgens los mit den Vorläufen. Der Zeitplan über den Tag war sehr straff und konnte bisauf 45 Minuten aufgrund zweier Auszeiten genau eingehalten werden. Mein erster Vorlauf an diesem Tag verlief zufriedenstellen, wenn auch nicht so gut wie die am Tag zuvor. Die Strecke war noch etwas dreckig und die Temperaturen noch zu kalt. Beim zweiten Vorlauf dann, bekam ich plötzlich Probleme mit der Bremse. Ein mich bei jedem Bremsen einholendes Heck begleitete mich über das ganze Rennen – leider lässt sich die Brems-Balance an der DX3R nicht während der Fahrt verstellen.

Nichtsdestotrotz qualifizierte ich mich für das Halbfinale B welches wenig später nach dem Viertelfinale starten sollte als sechster. Die ersten Drei dieses Laufes sollten in das Finale aufsteigen.

Vor dem Halbfinale wurden die Fahrer zur freiwilligen Technischen Abnahme aufgerufen um später kein böses Erwachen zu erleben. Nichtsahnend trug ich mein Auto zu Sven Seiß der auch prompt ca. 400g Untergewicht diagnostizierte. Bis heute weiß ich nicht woher dieses Untergewicht stammt. Sicherlich ist die verwendete Airbox leichter als manch andere – auch für weitere 50 bis 100g hätte ich eine Erklärung – aber die Dimension wunderte mich stark. Willy Fricke lieh mir seine ganze Altmetallsammlung die ich mir seitlich an den Tank binden musste. 350g Blei wurden im Auto verbaut – zusätzlich zu einer schwereren Airbox. So sollte es in meinen letzten Lauf gehen.

Das Halbfinale fing schon schlecht an und sollte leider nicht besser werden. Gleich zum Start kam ich nicht gut weg und ein anderer Fahrer traf mich schräg am Heck. Das führte dazu, dass mein Auto sich in Richtung Streckenbegrenzung bewegte und ich fast den Benny, der die Startflagge schwenkte, überfuhr. Nach hektischem ausweichen und einem Dreher war ich schon vor der ersten Kurve Letzter! Ich begann meine Aufholjagt… Das Auto passte soweit und ich konnte gut Boden gut machen zu den vor mir fahrenden Fahrern. Nach ca. 10 Minuten war ich wieder am Ende des Feldes angekommen. Zwischendrin hieß die Devise immer wieder piano Fahren um die Reifen nicht über zu belasten. Erst ein- dann zwei Fahrer konnte ich überholen. Es dauerte nicht lange bis sich mein nervöses Heck wieder zeigte. Sporadisch versuchte es meine Vorderachse zu überholen – dann wieder rundenlang nicht. Um dem Problem entgegen zu wirken reduzierte ich die Bremsleistung Schritt für Schritt während des Rennens – ich konnte wie gesagt nicht die Balance ändern sondern nur die totale Stärke der Bremse. Das führte dazu, dass ich einige Kurven nicht mehr sauber erwischte – besserte aber nicht das Überbremsen! Nach einer Kollision mit einem hinter mir fahrenden – mein Heck hatte mich schon wieder überholt – ließ ich meinen Helfer in der Box nach dem Auto schauen da es nicht mehr zu lenken schien. Nach einer kurzen Überprüfung stand fest: Alles roger. Ab auf die Strecke. Doch daraus wurde nichts – mein Antriebsritzel hatte sich 6 Minuten vor Laufende gelöst – das Aus!

Dennoch muss ich sagen, dass ich hoch zufrieden bin mit meinem Laufergebnis. Ich hätte, wenn alles in Ordnung gewesen wäre sehr gut im Mittelfeld mitspielen können. Sicherlich hätte ich aber nicht, ohne das Pech anderer, ins Finale aufsteigen können. Trotzdem habe ich meinen persönlichen Rundenrekord erneut verbessert auf 23,64 – fast eine halbe Sekunde schneller als beim Glühweincup 2010. Am Ende reichte es „nur“ zu Platz 19 der Gesamtliste – 8 Runden hinter Hans Jörg Stier und 22 Runden vor meinem RC-Team Hockenheim Vereinskollegen Pascal Thull, der ebenfalls mit einem technischen Defekt auf vielversprechender Position liegend ausschied.

Die Rundenrekorde in allen gefahrenen Klassen wurden unterboten. Bei den Tourenwagen stellte Markus Michelberger, der am Ende Platz zwei belegte, mit 22,71 den Rundenrekord auf und löste damit Michael Mielke ab. Die Trucks stellte Horst Maurer mit 24,17 eine neue Bestmarke auf und Michael Seyfried löste mit seinen 23,66 Sekunden Clark Wohlert vom Thron ab. Insgesamt war es eine sehr gute und sehr faire Veranstaltung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Loading...