SK Lauf Süd Nürnberg 2013

SK Lauf Nürnberg 2013Vergangenes Wochenende fand in Nürnberg der erste SK Lauf der Gruppe Süd in Nürnberg statt. Mein Plan war, als Gaststarter in dieser Gruppe meinen neuen RS5 besser kennen zu lernen. Gesagt getan und ich machte mich Samstagmorgen um 6 Uhr auf richtung Nürnberg. Bereits einige Dutzend Kilometer vor Nürnberg schien sich der Wetterbericht zu bewahrheiten und regen schwängerte die Luft.

Auch nachdem ich am Zollhausring angekommen war, wurde das Wetter nicht besser. Der Campingbereich war schon gut gefüllt und alle waren noch beim Frühstücken. Nicht lange danach machten wir uns auf den Weg an die Strecke unseren Schrauberplatz besetzen. Aufgrund der großen Nachfrage haben die Nürnberger ganze Arbeit geleistet und mit diversen Zelten das Fahrerlager für die ca. 35 Teilnehmer der Klasse Expert und Hobby erweitert. Da das Wetter für den gesamten Tag unbeständig aussah, wurden die drei geplanten Vorläufe auf den Nachmittag gelegt – vorher bestand die Möglichkeit frei zu trainieren welches nur vereinzelt durch Fahrer mit Regenautos genutzt wurde. Da auch diese Vorläufe wohl im Nassen/Feuchten stattfinden mussten, wurden für Sonntags abermals 6 Vorläufe angesetzt. 

Vor dem ersten Vorlauf galt es, frei nach dem 2013er Reglement die Motoren zu markieren. Durch den Regen wurde das Markieren von Vorlauf-Reifen zum Glück obsolet. Deswegen wurde der erste Vorlaufdurchgang unter Regenwertung gefahren. Die Bahn war noch feucht aber nicht mehr nass und die Bahn liess schon 18er Zeiten zu. Ich musste mich zu dem Zeitpunkt noch auf den Zollhausring und das neue Auto „einschießen“. Mit dem RS5 war ich bis dato nur 20 Minuten gefahren – auf der Nürnberger Rennstrecke habe ich vor drei Jahren nur einen halben Trainingstag auf alten Reifen absolviert. Mit meinem Ergebnis im ersten Lauf bin ich eigentlich zufrieden – 19,4er Rundenzeit und wegen einigen Fehlern und Ausritten Vorletzter.

Zerstörter ReifenBeim zweiten Vorlauf lief es dann schon ordentlich. Ich belegte mit 22 Runden und einer besten Rundenzeit von 17,5 Sekunden den zweiten Vorlauf-Rang in meiner Gruppe 3. Im letzten Vorlauf des ersten Tages war ich wohl etwas übermotiviert. Mit einem guten Ergebnis im Rücken bin ich etwas viel Risiko eingegangen und hatte einige Fehler drin. Speziell die Wechselkurve vor der Parkplatzkurve war für mich das ganze Wochenende schwierig. Das Auto war auf dem Heck leicht und so schlichen sich leicht Fahrfehler ein. Außerdem sollte es sich rächen, dass ich versuchte alle drei Vorläufe auf den gleichen Reifen zu fahren – bereits vor dem ersten Vorlauf waren sie hinten zu ca. 40% abgefahren. Meine Einschätzung war, dass sie durch das feuchte Wetter nicht sehr stark beansprucht würden… das nebenstehende Bild zeigt das Ergebnis. Dies ist auch der Grund weswegen das letzte Drittel des dritten Vorlaufes gar nicht mehr ging.

An dem wechselhaften und feuchten Tag schloss sich ein lustiger und ebenfalls feuchter Abend an, welcher jedoch recht früh auf der Matratze endete.

Sonntagmorgen gleich nach dem Training für Neuankömmlinge startete der vierte Vorlaufdurchgang. Neue PMT Hinterreifen und 50% gebrauchte Vorderreifen wurden aufgezogen und ich startete in den Vorlauf. Hinter Thorsten belegte ich mit einer Runde Rückstand (wieder wegen einigen kleinen Patzern) den zweiten Platz. Nicht das ich den Thorsten hätte schlagen können – aber der Abstand wäre möglicherweise geringer gewesen. Schnellste Rundenzeit eine 16,9! So positiv der Vorlauf war umso größer stellten sich die Probleme danach heraus. Meine Hinterreifen hatte ich innerhalb der 10 Minuten komplett runtergefahren. Zwar nicht so wie die vom Vortag – aber länger als 15 Minuten hätten sie nicht gehalten. Schlechtes Omen. Also Vorspur hinten zurück nehmen und das noch komplett offene Diff suk­zes­si­ve sperren.

Das das funktionierte und auch zu schnelleren Zeiten führte sah ich dann im fünften Vorlaufdurchgang. Schnellste Runde eine 16,7 – allerdings, durch ein wiedermal leichtes Heck in der Wechselkurve in der Zufahrt zur Parkplatzkurve, viele Fahrfehler. So landete ich trotz des vorhandenen Speeds bei gleichzeitig fehlender Konstanz auf Platz 7.

51122Im sechsten Vorlauf sollte dann das Problem losgehen mit dem ich den Rest des Tages zu kämpfen hatte. Neben stehendes Bild zeigt das Corpus Delicti mit seiner schrecklichen Fratze und es nennt sich: Stoßdämpfer Clips. Mit diesen Blech-Clipsen werden die Stoßdämpfer im RS5 an den Schnellwechslern der Dämpferbrücken befestigt. Nach exakt 9 Runden im letzten Vorlauf – in welchem ich nochmals neue Hinterreifen aufgezogen hatte um meinen Gesamtrang zu verbessern – ging ein Clip flöten. Das Auto ließ sich nicht mehr flott bewegen und ich musste aufgeben.  Eine Chance mich zu verbessern vertan. So endete auch der Vorlaufdurchgang. Nach einer Auswertungspause stand fest, ich hatte mich (selbstverständlich) nicht direkt qualifiziert für das Finale und musste ins „Killerhalbfinale“ A. Schnelle und gute Fahrer wie Ernst Utz, Ralf Kiesele und auch der Thorsten machten die Aussichten auf das avisierte Finale zunichte. Dennoch – ich war motiviert und es sollte ja was vorwärts gehen…

… ganze 22 Runden tat es das auch. Mit einem abermals etwas härter gesperrte Diff und abermals etwas weniger Vorspur startete ich auf neuen PMT Pneus hinten und 50% gebrauchten vorne ins Halbfinale. Nach 22 Runden mit einer schnellsten Rundenzeit von 16,8 Sekunden erneut ein auf dem Asphalt schleifender Vorderwagen… WIEDER war der Clip weg. Ich versuchte zwar noch eine Hülse für den Dämpfer zu finden, konnte aber dann am Ende doch nur noch zuschauen wie das Halbfinale ohne mich zu Ende ging.

A Finale war also passé – was an und für sich nicht schlimm ist – die Tatsache aber die wahre Leistung von Fahrer und Fahrzeug nicht gezeigt haben zu können schmerzte dann aber doch etwas. Also auf ins 20-minütige B Finale.

Ausgehängter DämpferMit 75%igen Hinter- und 50%igen Vorderreifen wollte ich etwas Reifen sparen und startete in meinen letzten Lauf. In der Vorbereitungszeig probierte ich aus ob die getroffenen Einstellungen Wirkung zeigten und das Auto in der Wechselkurve nun endlich stabiler wurde. 3 Minuten hatten die Teilnehmer zur Vorbereitung auf den Lauf. Nach ca. 2 Minuten kam ich mit einem unguten Gefühl an die Box – das Auto reagierte merkwürdig und doch bekannt. Mein Helfer sah auch promt das Problem – der Clips fehlte erneut und rief zur Auszeit. Knapp nach seinem ersten Rufen wurde in die Startaufstellung gerufen – dann erst sah der Rennleiter das Winken meines Helfers. Obwohl der Zeitnehmer noch eine Auszeit durchsagte akzeptierte dies der Rennleiter nicht mehr – er hätte schon in die Startaufstellung gerufen. Da kann man nichts machen außer sich ärgern… also wir einen Clips und eine Stoßdämpferunterlage gesucht und nach gestartet. Mit ca. 12 Runden Rückstand waren meine Aussichten natürlich mau. Aber die Rundenzeiten passten. Ich konnte einige andere Fahrer passieren und klemmte mich hinter den Drittplatzierten. Da ich keinem sein Rennen kaputt machen wollte und selbst ja keine Chance hatte die 12 Runden Rückstand zu egalisieren, ich also quasi nur hoffen konnte das jemand ausfällt, habe ich 10m hinter dem Drittplatzierten Stellung bezogen und folgte ihm über die Bahn. Trotzdem machte es Spaß. Hin und wieder konnte ich auf einen der anderen Fahrer eine Runde zurückgewinnen, die Wechselkurve passte nun. Das etwas gutmütigere Fahrzeug und ein etwas ruhigere Lenkhand halfen da doch deutlich. Bis kurz vor Ende … der Clips wieder mal versagte.

Wegen der vielen Probleme mit dem Clips, zum Glück nicht mit dem Auto oder dem Fahrer, langte es dann nur zum 15. Gesamtrang unter 17 Fahrern. Rein von der absoluten Leistung gesehen hätte ich mich eher im Mittelfeld eingeschätzt – die Clipse verhinderten mehr. Dennoch war es ein tolles Wochenende mit vielen netten Menschen. Es wurde extrem fair, schnell und professionell gefahren. Einige sehr faire Szenen spielten sich ab in welchen Fahrer zurücksteckten oder durch Kollisionen gewonnene Positionen absichtlich zurück gaben.

Einziges Manko war die Rennleitung. Ich mag verwöhnt sein und meine Ansprüche mögen hoch sein, aber das was sich speziell der Rennleiter an diesem Wochenende geleistet hat war alles andere als ein Kompliment wert. Autos standen mehrfach quer auf der Fahrbahn und es kam keine einzige Warnung. Gott sei Dank ist nicht viel passiert – dennoch. So was MUSS man durchsagen, so was MUSS man sehen. Dann wurde, trotz das alle Fahrzeuge eines Finallaufs schon laufend in der Box standen, die Durchsage gemacht, dass die Motoren ab zu stellen sind und der Rennleiter hielt eine kurze Rede in welcher er das Startprozedere erklärte – etwas das in die Fahrerbesprechung gehört. Währenddessen kühlten die Reifen natürlich aus. Bei den Rennen wurde nur sehr sporadisch gesagt wer auf welchem Platz liegt und vor den Läufen wurde nicht noch mal die Namen der Starter durchgesagt. Stattdessen wurde vieles dem Computer überlassen der in seiner unpersönlichen Art die Läufe ohne Namen ansagte. Dies sind nur ein paar kleine Beispiele dafür wie man ein Rennen nicht leiten sollte. Von meiner nicht gegebenen Auszeit, die man wie ich finde fairerweise hätte geben können, ganz zu schweigen.

Trotzdem eine tolle Leistung des MAC Nürnberg. Die sonstige Organisation, der Imbiss und alles ließen keine Wünsche offen. Ich werde das Wochenende in guter Erinnerung behalten und komme auch gerne wieder!

Im Nachgang muss ich noch analysieren wieso mir immer wieder dieser eine Clips verloren geht. Bei RS5 selbst sind diese Probleme nicht bekannt. Ursache könnten Vibrationen am Rad sein. Ich selbst habe ein sich vor und zurück bewegendes Rad gesehen beim Anbremsen vor der Zeitschleife – und das obwohl die Aufhängung kein Spiel hat. Vielleicht ist die Ursache beim Servosafer zu suchen, einer ungleichmäßig eingestellten Bremse? We will see…

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