Spectrum DX3R

Wie fleißige Leser vielleicht wissen, nutze ich seit geraumer Zeit die Spectrum DX3R. Da ich nach nun drei Jahren auf eine Futaba Fernsteuerung umsteige will ich die Zeit nutzen einige Worte über die Vor- und Nachteile der Spectrum DX3R in Form eines kleinen Testberichts verlieren um so vielleicht einigen Fahrern die Entscheidung für oder gegen diese Fernsteuerung zu erleichtern.

Zunächst will ich einmal die nüchternen Details der Fernsteuerung durchgehen:

Technische Details:

  • 2,4Ghz DSM2 Funktechnik
  • 2+1 Kanäle
  • 30 Modellspeicher
  • Trimmung
  • Expo
  • Servowegeinstellung
  • Trimmwerteinstellung
  • Dual Rate Lenkung
  • Übersteuerungs-Dual-Rate
  • Servomonitor
  • Reaktionszeiteinstellung
  • Subtrimmung
  • 3 Timerfunktionen; Countdown, verstrichene Fahrzeit und Betriebszeit
  • Modellspeicher löschen und kopieren
  • Betrieb: 4 AA Zellen
  • 450g leicht

Lieferumfang:

  • DX3R DSM2 Fernsteuerung
  • SR3100 DSM2 Empfänger
  • AN / AUS Schalter mit JR Steckern
  • Bind-JR Stecker
  • 4 Zellen AA Akkuhalter
  • Umbauteile für “Linkslenker”
  • Anleitung
  • Aufkleberbogen

Preis:

  • ca. 280,- €

Neben dem mit Moosgummi versehenen Lenkrad, welches in ca. 20 Minuten auf Linkshänder-Betrieb umgebaut werden kann, verfügt die DX3R über die übliche Pistolen-Gas-Brems Funktion, einem Clickwheel zur Bedienung des Menüs und Fünf Trimmtasten. Des Weiteren kann ein Timer über einen Tipp-Schalter am Griff aktiviert bzw. gestoppt werden. Im Fuß integriert ist der Ein-/Ausschalter und eine Ladebuchse.

Als Akkus für diesen 2,4Ghz Sender dienen vier handelsübliche AA Akkus. Verwendet man hier z.B. 2500mAh oder gar 3200mAh Akkus ist es so, als bräuchte der Sender fast gar keinen Strom – die Akkus halten ewig. Sicherlich muss ein ganzes Rennwochenende nicht nachgeladen oder die Akkus getauscht werden. Die im Display angezeigte Akkuspannung verrät jedoch wann es Zeit zum tauschen ist. Die Fernsteuerung warnt ebenfalls bei zu niedrigem Akkustand. Auch der Empfänger bietet Failsafe Funktionen für einen zu leeren Empfängerakku. Während des Bindings wird hier eine vorher definierte Servoposition eingestellt welches die Servos nach Verbindungsverlust oder zu leerem Akku anfahren. Über das 128×64 Pixel große Dot Matrix Display kann das gesamte System ständig im Auge gehalten werden und es ermöglicht in dem intuitiv gestalteten Menü einfach alle Einstellungen vor zu nehmen.

Als Übertragungssystem nutzt die DX3R das DSM2 Verfahren welches sehr schnelle und sichere Datenübertragungen ermöglicht. In den drei Jahren Betrieb hatte ich nur wenige Male Funkstörungen – wovon ein paar Mal auf nicht festsitzende Stecker zurückzuführen waren. Auch bei großen Veranstaltungen von über 65 Fahrern machte das System keinerlei Probleme.

Die DX3R verfügt über nahezu alle Funktionen die man sich von einem professionellen Funksystem erwarten könnte. Mit ihr können drei Servos angesteuert werden, sie besitzt Einstellungen wie Expo und diverse Trimm-Möglichkeiten und eine zuverlässige Funktechnik. Herausragend ist die DS3R jedoch in ihrer kompakten Bauform und sicherlich ihrem Gewicht. Auch der Empfänger ist sehr klein gebaut und verschwendet sicher weder Platz im Modell noch addiert er zu viel Gewicht zum Fahrzeug.

Kommen wir nach all der Lobhudelei zu einigen kleinen Schwächen der DX3R. Dies geht los, dass das Binding mit dem Empfänger nicht sehr leicht ist und zudem in der Anleitung noch schlecht beschrieben steht. Mir selbst ist es erst nach einer Google Suche gelungen das Binding durch zu führen. Dies resultierte darin, dass ich diesen Artikel verfasst habe um Gleiches anderen Benutzern zu ersparen. Größter Kritikpunkt an der DX3R ist jedoch die Nutzung des dritten Servos. Denn entgegen der eigentlichen Beschreibung ist sie KEINE wirkliche Dreikanal Fernsteuerung. Zunächst einmal muss man die Framerate der Servos von ursprünglichen 5,5 auf 11 oder 16,5ms hoch setzten. Nur dann ist der Sender überhaupt in der Lage das dritte Servo an zu steuern. Hat man es geschafft, kann der dritte Servo (AUX) zu einem der anderen beiden Kanäle gemischt werden. In der Regel wird bei Großmodellen der dritte Kanal genutzt um die Vorderradbremse mit einem eigenständigen Servo zu versehen um Bremsstärke vorne/hinten sowie die Bremsbalance besser einstellen zu können und die benötigte Kraft auf zwei Servos zu verteilen. Genau hier liegt jedoch das Problem darin, dass die DX3R eigentlich keine 3-Kanal Fernsteuerung ist. Der dritte Kanal funktioniert nur in Abhängigkeit zum ersten Kanal. Das bedeutet: reduziert man zum Beispiel die Bremskraft auf dem ersten Kanal (für die Hinterradbremse), reduziert man zugleich die Kraft auf der Vorderradbremse. Um die vordere Bremskraft wieder her zu stellen muss man diese in einem anderen Menü unter AUX wieder hoch regeln. So entsteht ein heikler Balanceakt bis man die richtige Bremsbalance herausgefunden hat. Ebenfalls lässt sich die AUX-Kanal Einstellung nicht auf einen der äußeren Tasten belegen um ggf. während eines Rennens auf sich verändernde Gripverhältnisse reagieren zu können und die Bremsbalance einfach Nachregeln zu können.

Fazit:

Die DX3R ist eine super Fernsteuerung. Drei Jahre lang hat sie bei mir zuverlässige und gute Dienste geleistet ohne das ich mich an ihren Schwächen je groß gestört hätte. Für Anfänger und Fortgeschrittene ist sie, auch wegen ihres im Verhältnis zu den Futaba Anlagen günstigen Preises, sehr zu empfehlen. Auch die Bauform, Gewicht und Menüführung überzeugen. Aber jeder kommt mal an einen Punkt wo er mehr möchte und dann fängt die Problematik mit dem dritten Kanal wirklich an zu stören. So war es zum Beispiel bei mir an vergangenem Glühweincup der vollkommen überschattet war von Bremsproblemen. Wäre die DX3R eine echte Dreikanal Fernsteuerung, bekäme sie von mir 10 von 10 ice-Würfeln, aber hierfür muss ich leider drei abziehen.

Wertung:


7 von 10 ice-Würfeln

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