Tourenwagen EM Leipzig 2011

Man kann vieles über die Europameisterschaft der Klasse VG5 Tourenwagen sagen, aber eines sicherlich nicht: Das sie Ereignislos gewesen wäre. Nach Slavkov war diesmal Leipzig Austragungsort der Europameisterschaft der Tourenwagen im Maßstab 1:5. Knapp 100 Fahrer aus allen Ländern Europas stritten sich vom 17. bis 23. Juli 2011 auf der Rennstrecke des MRC Leipzig um die Krone in der Königsklasse des RC Autorennsports.

Das Wetter an der viertägigen Veranstaltung ließ sich nicht lumpen und bescherte den Beteiligten beste Voraussetzungen trotz des in diesem Jahr mittelmäßigen Sommers. Schon in den Vorläufen baute die sehr schnelle 333m lange Bahn des MRC Leipzig bereits ordentlich Grip auf. So viel sogar, dass einige Fahrzeuge bereits da Gefahr liefen zu kippen! Die teilweise im Schatten absinkenden Temperaturen überwanden die Fahrer mit Glühwein (im Juli) und viel Fahrkönnen.

Auch an dieser Veranstaltung wurde das Thema Motoren sehr groß geschrieben. Es waren echte Kraftprotze anwesend, was leider auch zu einigen Ausfällen führen sollte. Beachtlich in beiden Richtungen war jedoch, dass knapp die Hälfte der Fahrzeuge eine Innenrotorzündung besaßen. Trotz des Verbots der externen Zündung entschieden sich wohl noch sehr viele Fahrer dafür diese ein zu setzen. Eine Befragung im Fahrerlager ergab, dass ca. die Hälfte der Fahrer sich gegen ein Verbot dieser in den vergangenen Jahren aufgekommenen Technik aussprechen.

Während aller Finalläufe waren reichlich Zuschauer an der Strecke. Ihnen wurde über die ganze Veranstaltung hinweg RC Motorsport auf allerhöchstem Niveau geboten. Packende Zweikämpfe, spannende Rennen und tolle Überholmanöver. Bereits das Halbfinale B lieferte genug Prominenz und Spannung für ein ganzes Finale. Markus Feldmann konnte von der Pole aus seinen Platz gegen Bernard Alain Arnaldi verteidigen. Beide flogen dem restlichen Feld förmlich in sehr engem Abstand davon. Kurz vor Ende berührten sich Markus und Bernard zwar noch, dies konnte aber nichts am Ergebnis ändern.

Im zweiten Finale bot sich ein ähnliches Bild. Ales und Martin Bayer zogen dem Feld mit großen Schritten davon. Clark Wohlert erlitt in der Vorbereitungszeit einen Schaden an einem seiner Dämpfer und musste aus der Box starten. Nach dem Start holte er Position um Position auf das Feld auf. Das restliche Feld lieferte sich Zweikämpfe vom feinsten. Leuter musste Clark bereits nach 25 Runden die Segel streichen – der Motor seines RS5, der zuvor bärenstark zu sein schien, hatte den Geist aufgegeben und streikte. Ales zog mit Martin im Schlepptau weiterhin extrem schnelle Runden und überrundete einen Fahrer nach dem Anderen. Als schließlich der Drittplatzierte Dario Veseli ebenfalls überrundet war, machte sich die Boxencrew von Ales sorgen um den Spritverbrauch. Alle Zurufe drangen nicht zum Führenden vor der wie in Trance eine 19er Runde nach der Anderen fuhr. Und so kam es wie es kommen musste. Nur 1 1/2 Minuten vor Laufende rollte Ales’s Auto ohne Benzin aus. Die Enttäuschung beim sicher geglaubten Sieger war selbstverständlich maßlos hatte er den Sieg ganz offensichtlich auch verdient. So erbte Bruder Martin den Sieg und Ales wurde noch auf Platz 7 durchgereicht. Nichtsdestotrotz hat auch Martin diesen Sieg verdient, war er doch der Einzige der Ales hatte folgen können.

Nach den beiden Halbfinals folgte das Finale. Die Anspannung bei allen Fahrern, Helfern und Zuschauern konnte man förmlich in der Luft knistern hören. Bereits in der ersten Kurve bezogen alle Fahrer klar ihre Positionen und es wurde klar, dass hier keine Geschenke gemacht werden würden. Markus Feldmann konnte vom Anfangsgerangel profitieren und zog dem Feld leicht davor. Bereits nach kurzer Zeit konnte sich Martin Bayer jedoch ebenfalls vom Feld lösen und verkürzte den Abstand zum Führenden. Nach einigen sehr engen Runden konnte Martin am Ende der Geraden auf der Bremse an Markus vorbei ziehen. Nur Momente später wurde auch Markus Feldmann leider Opfer des Fehlerteufels und sein Aggregat streikte. Der bis dato amtierende Europameister war ab diesem Augenblick entthront. Ab diesem Zeitpunkt konnte man am Fahrstil von Martin erkennen, dass er versuchte kontrolliert das Rennen zuende zu fahren und kein großes Risiko mehr eingehen wollte. Der auf Platz zwei liegende Dario Veseli versuchte mit viel pushen noch zu Martin auf zu schließen, dieser konnte alle Versuche jedoch suverän kontern und konnte von den Rundenzeiten her jeder Zeit mitgehen. Martin Bayer gewann das Finale der Tourenwagen Europameisterschaft 2011 in Leipzig und ist somit der Nachfolger von Markus Feldmann. Auf Platz zwei kam Dario Veseli und Platz drei ging an Bernard Alain Arnaldi.

Die Top 10:

  1. Martin Bayer
  2. Dario Veseli
  3. Bernard Alain Arnaldi
  4. Cedric Prevot
  5. Mathieu Briere
  6. Costantino Nicola Marrone
  7. Hessel Roskam
  8. Olivier Sampietro
  9. David Bowen
  10. Marcus Feldmann

Ich gratuliere herzlichst allen Fahrern zu ihren sehr guten und verdienten Leistungen! Macht weiter so, ihr zeigt wie viel Spass und wie viel Spannung Großmodellsport machen kann.

Hier kann die vollständige Ergebnisliste nachgesehen werden.

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