Verbrugghe bei schwierigem EM Finale vorn!

Nach heissen tagen, sah es ausgerechnet für den Finaltag der Tourenwagen Europameisterschaft, auf dem Collari Raceway in Bologna unbeständig aus. Bereits im ersten Halbfinale fing es gegen Ende an zu tröpfeln und die Zeiten wurden langsamer. Trotzdem setzten sich die Favoriten Collari, Feldmann, Verbrugghe, Catalani und D’Amico durch und erreichten das Finale.

Da die Strecke vor dem zweiten Halbfinale ab zu trocknen bekannt, gingen alle Fahrer das Risiko ein, auf Trockenreifen ins Rennen zu gehen. Allen voran Top Qualifyer BA Arnaldi. Während des Rennens fing der Regen wieder an und einige Fahrer entschieden sich schon recht früh dazu auf Regen-Pneus um zu steigen. Die schwierigen Bedingungen forderten ihren Tribut und viele Fahrer sahen sich im Gras oder entgegen der Fahrtrichtung. Der zuvor tagelang aufgetragene Gummi, der im trockenen viel Grip verheißt, verwandelt sich bei Nässe in Schmierseife. Die auf trockene Bedingungen abgestimmten Fahrzeuge waren kaum zu kontrollieren. Patrick Folman, der sich bereits recht früh zu einem Reifenwechsel entschieden hatte, konnte daraus seinen Vorteil ziehen, den Lauf gewinnen und zog damit ins Finale ein. Hinter ihm lösten noch Marrone, Veseli, Klug und Bayer das Final-Ticket.

Finalteilnehmer EFRA Euro Tourenwagen (Foto: EFRA)
Finalteilnehmer EFRA Euro Tourenwagen (Foto: EFRA)

Diese beiden spannenden Rennen, sowie das etwas unbeständige Wetter setzten die Szenerie für das Finale der Europameisterschaft. Auf Pole startete der Däne Patrick Folman vor dem Favorit, Lokalmatador und Streckeneigner Lamberto Collari. Das Duell Folman-Collari war auch das bestimmende Duell der ersten Minuten. Es wurde durch eine kleine Berührung beider beendet welche die Führung Veseli zuspielte. Ein harter Kampf um die Führung entbrannte welcher Collari zu Rennmitte für sich entschieden zu haben schien. Er konnte eine Lücke zu seinen hart kämpfenden Verfolgern herausfahren. Markus Feldmann ist derweil wegen verschiedenen Kontakten mit anderen Fahrern und den Streckenbegrenzungen weit zurück gefallen und konnte den Führenden nicht mehr gefährlich werden. Ales Bayer etablierte sich als erster Verfolger von Collari – konnte ihm aber nicht gefährlich werden. Währenddessen hatte sich Giovanni Verbrugghe still und heimlich auf Platz drei vor geschoben. So, so schien es, sollte das Rennen aus gehen. Doch Giovanni schien damit nicht einverstanden und war der klar schnellste Mann auf der Strecke im letzten Renn-Viertel. Der Weg zur Führung war aber lang. Dann, nur wenige Minuten vor Rennschluss, blieb Ales Bayer’s RS5 stehen und Verbrugghe übernahm mit seinem Mecatech Platz zwei hinter Collari. Nur noch wenige Rennminuten waren verblieben und es schien sehr unwahrscheinlich, dass der junge Belgier den erfahrenen Collari noch würde überholen können – auch wenn er noch immer schnellere Rundenzeiten fuhr als der Italiener. Doch dann, fast in der letzten Runde einer der extrem seltenen Fahrfehler von Collari und Verbrugghe schlüpfte durch zum hauchdünnen zwei Sekunden-Sieg. Durch Bayers Ausfall schob sich der junge Däne Patrick Folman auf Platz drei.

Hier das Finale im Live Stream vom RC-Racing TV:

Wer sich die weiteren Finale noch im einzelnen anschauen möchte, hier die direkten Links zu den Stellen im ganztägigen Stream:

Final-Ergebnis der Europameisterschaft:

  1. Verbrugghe Giovanni, 94 Runden, 0:30:05.542
  2. Collari Lamberto, 94 Runden, 0:30:07.652
  3. Flomen Patrick, 93 Runden, 0:30:15.486
  4. Marrone Costantino Nicola, 93 Runden, 0:30:19.169
  5. Veseli Dario, 92 Runden, 0:30:00.393
  6. Catalani Andrea, 92 Runden, 0:30:16.842
  7. Bayer Aleš, 91 Runden, 0:29:26.350
  8. Feldmann Markus, 91 Runden, 0:30:04.194
  9. D’amico Emanuele, 88 Runden, 0:30:10.615
  10. Klug Sascha, 10 Runden, 0:03:18.331

Ergebnistabellen:

Nach der Zieldurchfahrt startete fenetischer Jubel. Kaum jemand, der dem jungen Belgier den Erfolg nicht gegönnt hätte. Nach der Einspruchsfrist war das Ergebnis dann offiziell: Verbrugghe ist Europameister… und wurde sanft zu einem Bad im Mecatech Pool gebeten:

EFRA Euro Touringcar Bologna 2016
Giovanni Verbrugghe im Pool (Foto: EFRA)

An der Rennaction war also überhaupt nichts an der Veranstaltung aus zu setzen, wären da nicht einige Unstimmigkeiten. Beispielsweise wurden gut ein Dutzend Fahrzeuge, Wohnwägen und Camper aufgebrochen. Der Schaden für die Teilnehmer geht in die Tausende Euro. Viel ärgerlicher sind jedoch die gestohlenen Papiere. Bereits bei anderen Veranstaltungen kam es an dieser Strecke zu Diebstählen – unverständlich also wieso der Veranstalter nicht für diese Großveranstaltung für Sicherheitskräfte gesorgt hat.  Dies überschattete die Veranstaltung doch deutlich. Seltsam auch, wieso bei der Halbfinal-Auszeit die Strecke geschlossen blieb. Die Fahrer wurden von den Offiziellen gebeten die Fahrzeuge aus der Boxengasse zu nehmen. So reihten sich noch einige weitere Merkwürdigkeiten aneinander.

Nichts desto trotz mindert das nicht die Leistung der Piloten. Herzlichen Glückwunsch an Giovanni und seinen Vater aber auch an alle anderen Piloten die eine echt starke Leistung und überwiegend sehr faire und spannende Rennen geliefert haben. Ein Shout Out geht auch an RC-Racing TV die mit ihrer tollen Live Berichterstattung hervorragende Werbung für den Sport gemacht haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.